Bamberger Symphoniker

Daheim in Bamberg, zuhause in der Welt

Die Bamberger Symphoniker

Fotos: Andreas Herzau
Text: Klaus Meyer

Wir Franken können wirklich stolz sein auf sie: Die Bamberger Symphoniker sind das beste Orchester unserer Region, und darüber hinaus repräsentieren sie einen Klangkörper von absolutem Weltklasse-Niveau. Als das Reiseorchester „Nr. 1“ der Bundesrepublik sind sie zudem ein musikalischer Botschafter Deutschlands – geschätzt, gern gesehen und gern gehört rund um den Erdball. Daheim sind sie in Bamberg, zuhause aber in der Welt. Mittlerweile können sie auf eine große Tradition zurückblicken, durchzogen von strahlenden Highlights unvergesslicher Aufführungen und Aufnahmen mit Star-Solisten an ihrer Seite und Dirigenten-Stars an ihrer Spitze.

Jakub Hrůša
© Andreas Herzau

Vor 72 Jahren – Anno 1946 – begann ihre Geschichte, und zwar unter dem Namen „Tonkünstlerorchester“, dem man das Adjektiv „böhmisch“ hinzufügen kann. Denn die Musiker, die sich in jenem tristen Nachkriegsjahr, in den Wirren aus Not und Elend, Flucht und Vertreibung unter der Ägide engagierter kunstsinniger Bamberger Bürger zum Orchester formierten, kamen zu einem guten Teil aus der Tschechoslowakei, aus Prag zumal, wo es bis 1945 eine Deutsche Philharmonie gegeben hatte. Die böhmische Tradition wirkt bis heute im Bläser- und Streicherklang und in der spezifischen musikantischen Lebenseinstellung der Bamberger Symphoniker nach. Eine Re-Vitalisierung erfährt diese Tradition durch den neuen Symphoniker-Chef seit Herbst 2016: durch den jungen Tschechen Jakub Hrůša, einen Shooting Star am Pult, der neben seiner Bamberger Tätigkeit als begehrter Gastdirigent international unterwegs ist und dabei fast schon mit allen der besten Orchester der Welt musiziert hat. Auch mit „seinen“ Bamberger Symphonikern geht Jakub Hrůša auf Reisen: Im November 2017 war er mit ihnen in Spanien, im Juni dieses Jahres führt er sie auf ihre mittlerweile 15. Japan-Tournee.

Bamberger Symphoniker warten auf den Auftritt
Bamberger Symphoniker Bild von Andreas Herzau

Großartige Dirigenten

In der Galerie der Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker ist Jakub Hrůša der fünfte – nach Joseph Keilberth, James Loughran, Horst Stein und Jonathan Nott. Daneben prägten zahllose Gastdirigenten das Profil des Orchesters: Clemens Krauss und Hans Knappertsbusch zählten zu den Männern der ersten Stunde, später kamen Eugen Jochum und Rudolf Kempe hinzu, in jüngerer Zeit Ingo Metzmacher und Robin Ticciati. Herbert Blomstedt und Christoph Eschenbach sind Ehrendirigenten. Es ist ein Name-Dropping großer Dirigenten aus Geschichte und Gegenwart, das man noch lange fortsetzen könnte.

Spannende Programme

Nach Jahrzehnten in der drangvollen Enge des Dominikanerbaus haben die Bamberger Symphoniker 1993 in der neu gebauten Konzert- und Kongresshalle eine „erste Adresse“ für ihre Administration, ihre Proben und ihre Konzerte gefunden. Spannende Programmzusammenstellungen, aspektreiche Kombinationen und Konfrontationen  und dabei immer wieder Uraufführungen im instruktiven Kontext von Werken des Repertoires – all dies zeichnet die Konzertdramaturgie des Orchesters aus.

Abo-Weltrekord

Die Bamberger Symphoniker – sie sind nicht nur ein exzellentes Orchester, sie sind auch ein glückliches Orchester. Überall in der Welt will man sie haben, und in ihrer eigenen Stadt sind sie traumhaft ausabonniert. Dabei halten sie einen Weltrekord: Fast 10 Prozent der Bamberger Einwohner sind Abonnenten der Symphoniker – solche Relationen gibt es nirgendwo sonst in der Welt. Darüber hinaus haben die Bamberger Symphoniker auch Abonnenten, die im Rheinland oder in Norddeutschland leben und nur für die Konzerte jeweils anreisen. Ja, und es gibt sogar Musikliebhaber von weit her, die ihren Alterssitz nur deshalb nach Bamberg verlegten, weil sie „ihrem“ Orchester und seinen Konzerten nahe sein wollen. Welch ein Glück, wenn man in Erlangen wohnt und das Orchester so oft „zuhause“ hören kann!

Bamberger Symphoniker
(Szymon Nehring/Manacorda)

Do, 21. Februar 2019, 20 Uhr,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal