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GrauSchumacher Piano Duo

(Andreas Grau / Götz Schumacher)

Wo

Heinrich-Lades-Halle, Kleiner Saal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Andreas Grau, Klavier
Götz Schumacher,
Klavier

Programm

Steffen Schleiermacher
Hommage à Paul Klee

Claude Debussy
Prélude à l’après-midi d’un faune

Bernd Alois Zimmermann
Monologe

Steve Reich
Piano Phase

György Ligeti
Drei Stücke für Klaviere (Monument – Selbstporträt – Bewegung)

ZWISCHEN FIN DE SIÈCLE UND 68ER-REVOLUTION

Wenn ein Kunstwerk ein neues Kapitel in der Geschichte seines Genres aufschlägt, ob in der Malerei, in der Literatur oder in der Musik, dann nennt man es epochal oder epochemachend. Zu dieser Kategorie von Werken zählt Claude Debussys „Prelude à l’apres midi d’un faune“ aus dem Jahr 1894. Mit diesem seinerzeit wahrhaft unerhörten Stück setzte der französische Komponist eine Art sanfte Revolution des Klangs und der Form ins Werk, die nicht weniger als den Beginn des musikalischen Impressionismus markierte. Ein Pionierstück der US-amerikanischen Minimal Music ist wiederum „Piano Phase“, komponiert 1967 von Steve Reich, einer der Galionsfiguren der damals neuen Richtung, die der Avantgarde-Musik einen neuen suggestiven, ja hypnotisierenden rhythmischen Schwung verlieh und sie von der Fixierung auf die Atonalität befreite.

Die beiden Schlüsselwerke, vom Fin de Siècle und vom Vorabend der 68er-Revolution, präsentiert das vielfach international preisgekrönte GrauSchumacher Piano Duo, wobei das Orchesterpräludium zum Nachmittag eines Fauns in einer authentischen Bearbeitung für zwei Klaviere vom Komponisten selbst erklingt. Flankiert werden die Werke von Debussy und Reich von Musik zweier weiterer Klassiker des 20. Jahrhunderts – von Bernd Alois Zimmermanns „Monologe“, entstanden 1964 während der Arbeit an seiner legendären Oper „Die Soldaten“, und von György Ligetis 1976 komponierten „Drei Stücke für zwei Klaviere“, deren mittleres die vielsagende Überschrift trägt: „Selbstporträt mit Reich und Riley (und Chopin ist auch dabei)“. In unserem unerHÖRT!-Konzert außerdem mit dabei: ein Werk des deutschen Gegenwartskomponisten Steffen Schleiermacher (geboren 1960 in Halle): „Hommage à Paul Klee“, eine musikalische Verbeugung vor dem visionären Maler, der zu den Schlüsselfiguren der Bildenden Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört.

Dies alles liefert gewissermaßen idealen Stoff für das Klavierduo aus den beiden deutschen Pianisten Andreas Grau (geboren 1965) und Götz Schumacher (geboren 1966). Von Bach bis Berio reicht ihr Repertoire und hat dabei auch einen besonderen Schwerpunkt auf der Musik unserer Tage. Seit vier Jahrzehnten musizieren die beiden zusammen, und in dieser Zeit haben sie „das Klavierspiel für vier Hände perfektioniert“, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb. „Doch“, fügte der Rezensent hinzu, „Perfektion ist für die beiden lediglich eine Grundlage, wirklich Musik zu machen.“

Text: Klaus Meyer

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Dieses Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk – BR Franken mitgeschnitten und am 26.03. um 20:05 Uhr auf BR-KLASSIK gesendet