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Jubiläumskonzert – 10 Jahre unerHÖRT!

(Daniel Hope)

Wo

Redoutensaal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Daniel Hope, Violine
Alexey Botvinov, Klavier

Programm

Alfred Schnittke
Suite im alten Stil op. 80

Alfred Schnittke
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 op. 8

Valentin Silvestrov
Pastorale 2020

Jake Heggie
Neues Werk (Auftragswerk des Beethoven-Hauses Bonn)

Botvinov Alexey
© Botvinov Alexey
Daniel Hope
© Daniel Waldhecker

10 Jahre unerHÖRT! Das Jubiläumskonzert

Daniel Hope und Alexey Botvinov spielen Musik, die keine Grenzen kennt

Der irisch-deutsche Geiger Daniel Hope ist nicht nur einer der renommiertesten Musiker unserer Zeit, sondern auch noch Moderator, Autor und Präsident des Beethoven-Hauses in Bonn. Und er hat Mut: Als 18-Jähriger hat er einfach mal bei seinem Idol geklingelt. In Hamburg-Eppendorf stand Hope bei Alfred Schnittke vor der Tür. Aus der ersten Begegnung entstand ein fruchtbarer Dialog zwischen dem Komponisten und seinem Interpreten. Beide hatten gemeinsam, dass sie von ihrer Herkunft her international waren: Hope kam 1973 in Südafrika zur Welt, in eine Familie mit irisch-deutsch-jüdischen Wurzeln. Aufgewachsen ist er in London.

Alfred Schnittke ist der Sohn eines aus Frankfurt stammenden jüdischen Journalisten und einer Wolgadeutschen. Sein Studium absolvierte der 1934 im russischen Engels geborene Schnittke in Moskau, wo er über 40 Jahre lang lebte. Bis er 1990 nach Hamburg zog. Über 20 Jahre nach dessen Tod hat sich Daniel Hope 2021 mit einer CD-Veröffentlichung vor dem Komponisten verneigt, darunter mit der von Bach inspirierten Suite im alten Stil. Diese Hommage an Schnittke ist Teil des Jubiläumskonzertes zu 10 Jahre unerHÖRT!. Hope tritt zusammen mit dem befreundeten, ukrainischen Pianisten Alexey Botvinov auf. Der 1964 in Odessa geborene Botvinov ist ein Künstler, der gerne Grenzen von Genres überschreitet, etwa mit dem multimedialen Projekt Visual Reality of Music. Botvinov ist künstlerischer Leiter des Odessa-Classics-Festivals, das wegen des russischen Angriffskrieges kurzerhand nach Thessaloniki und Bonn verlegt wurde. Auch der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov flüchtete kurz nach Beginn des Krieges mit Tochter, Enkel und einem Koffer voller Noten aus Kiew. Sein Werk Pastorales 2020 ist Hope und Botvinov sehr vertraut. Das Konzertprogramm führt über Europa hinaus: Der Amerikaner Jake Heggie steuert ein Auftragswerk des Beethoven-Hauses dazu. Natürlich darf an diesem Abend Alfred Schnittkes Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 nicht fehlen. Expressiv, kraftvoll und lyrisch entwickelt sie eine unglaubliche Energie, die über Daniel Hope und Alexey Botvinov im Jubiläumskonzert von unerHÖRT! ins Publikum übertragen wird.

Text: Eleonore Birkenstock

Daniel Hope
© Harald Hoffmann

Daniel Hope

Intensität und Menschlichkeit zeichnen Daniel Hopes Musizieren aus, hinzu kommt seine leidenschaftliche künstlerische Neugier. Der in Berlin lebende Geiger spricht mit seiner Kunst Kenner und Klassische-Musik-Neulinge gleichermaßen an, sein poetisches, kenntnisreiches Spiel gewinnt die Herzen und den Geist. Hope lässt sein Instrument singen. Sein Verständnis für musikalische Linien und den richtigen Ausdruck hat seine Wurzeln in der frühen Arbeit mit seinem Mentor Yehudi Menuhin. Es ermöglicht ihm ausgeprägt persönliche Interpretationen eines breiten Repertoires, das von Bach, Händel und Vivaldi bis zu Takemitsu, Tavener und Turnage reicht. Die Frankfurter Neue Presse nannte Hope einen »Musiker mit Sinn und Gefühl für Außergewöhnliches«, und traf damit den Kern von so vielen Rezensionen über Hopes Arbeit. Dieses »Gefühl« speist seinen Wunsch, Grenzen einzureißen, die Individuen, Gemeinschaften und Nationen trennen, und ist treibende Kraft seiner Arbeit als erklärter musikalischer Aktivist.

Daniel Hopes Projekte haben die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der von den Nationalsozialisten ermordeten Musiker gelenkt, auf die Geschichten anderer, von Hass und Engstirnigkeit betroffener Menschen und auf die Kunst von Komponisten, die in der Musikgeschichte stiefmütterlich behandelt wurden. Er hat mit Schauspielern wie Klaus Maria Brandauer und Mia Farrow gearbeitet, um bekannte Werke von Mozart und Beethoven in einen neuen Kontext zu stellen, und anlässlich des 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs schuf er ein Projekt, das Lieder jener Zeit, Texte von Soldaten-Dichtern und ein neues Violinkonzert von Gabriel Prokofiev vereinte. »Ich bin fasziniert davon, was Musik erreichen kann, und ich stelle jedes Jahr verschiedene Projekte zusammen, die auf ihre Art eine gewisse politische Aussage haben«, erklärt Hope. »Trotzdem bin ich kein Politiker. Ich bin Musiker. Aber ich glaube, dass Musiker ihre Talente und ihre Kommunikationsform nutzen können, um so manches zu bewirken.«

Sein Engagement umfasst ein breites Spektrum von Aktivitäten. Er ist Moderator einer wöchentlichen Rundfunksendung auf WDR 3, Autor von vier erfolgreichen Büchern für den deutschsprachigen Markt und hat regelmäßig für das Wall Street Journal und Cicero geschrieben. Seine Leistungen wurden mit dem Europäischen Kulturpreis für Musik (2015) und dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Hopes Überzeugung, dass die besonderen Ausdrucksmöglichkeiten von Musik die Menschen zum Denken anregen können, veranlasste ihn 2016, Hope@9pm ins Leben zu rufen, eine vierteljährliche Veranstaltungsreihe im Berliner Konzerthaus, bei der er mit eingeladenen Gästen aus Kultur und Politik im Sinne der Salonkultur des 18. Jahrhunderts musikalische Darbietungen und Diskussionen miteinander verbindet. Als Liveaufführungen 2020 nicht mehr möglich waren, veranstaltete er Hope@Home: 150 Konzerte, die in den ersten Monaten der Pandemie täglich per Livestream aus seinem Wohnzimmer übertragen wurden, haben fast 400 Musikern eine Plattform geboten. Im Oktober 2021 erhielt Hope für dieses Format beim OPUS KLASSIK den Sonderpreis der Jury für besondere Leistungen.

In den letzten 20 Jahren ist Daniel Hope mit vielen international führenden Orchestern und Dirigenten aufgetreten, hat eng mit Komponisten zusammengearbeitet, von Alfred Schnittke, Harrison Birtwistle und Torū Takemitsu bis zu Sofia Gubaidulina, Roxanna Panufnik und Gabriel Prokofiev, und er hat über 30 neue Werke in Auftrag gegeben und uraufgeführt. Als Solist in Konzerten und Recitals ebenso gefragt wie als Kammermusiker ist er in den renommiertesten Konzertsälen zu hören wie der Carnegie Hall, der Wigmore Hall und dem Amsterdamer Concertgebouw oder bei prestigeträchtigen Festivals wie den BBC Proms oder den Festspielen in Salzburg und Tanglewood. 2002 wurde er das jüngste Mitglied in der Geschichte des Beaux Arts Trio und gab 400 Konzerte mit dem legendären Ensemble, bis das Trio sich 2008 auflöste.

Für das alljährliche Savannah Music Festival hat Daniel Hope als Stellvertretender Künstlerischer Direktor (2004–2019) Saison für Saison außergewöhnliche Programme konzipiert. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 wurde er Nachfolger von Roger Norrington als Musikdirektor des Zürcher Kammerorchesters, und zwei Jahre später wurde er Musikdirektor des New Century Chamber Orchestra in San Francisco, mit dem er im Juni 2019 dessen erste Europa-Tournee unternahm. 2019 trat er das neu geschaffene Amt des Künstlerischen Direktors der Dresdner Frauenkirche an, die für ihn nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein Symbol für Frieden, Versöhnung und Toleranz ist. Im Januar 2020 wurde er neuer Präsident des Beethoven-Hauses Bonn, das im Zentrum der Veranstaltungen stehen wird, mit denen die Musikwelt Beethovens 250. Geburtstag feiert.

Nach seinen ersten Aufnahmen 1999 erwarb sich Hope schon bald den Ruf eines der individuellsten und faszinierendsten Virtuosen seiner Generation. 2007 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon. Auf seinem ersten Album für das gelbe Label spielte er Werke von Mendelssohn, unter anderem die Originalfassung des Violinkonzerts in e-Moll. Im selben Jahr nahm er Schulhoffs Sonate für Solovioline als Beitrag zu Anne Sofie von Otters Album mit Musik jüdischer Komponisten aus dem Konzentrationslager Theresienstadt auf.

Zu Hopes DG-Veröffentlichungen zählen Projekte mit dem post-minimalistischen Komponisten Max Richter, darunter das überaus erfolgreiche Recomposed by Max Richter: Vivaldi – The Four Seasonsund Remixes von Berlin by Overnight (beide 2014), sowie eine Reihe von Alben, die thematisch oder anhand einer musikalischen Stimmung konzipiert sind. Air – A Baroque Journey (2009) zeigte die Ausdruckskraft der virtuosen Violinmusik des 17. und 18. Jahrhunderts; The Romantic Violinist(2011) widmete sich dem Vermächtnis des legendären Geigers und Komponisten Joseph Joachim; Spheres (2013) bot eine Sammlung von 15 Stücken, die durch die aus der Antike stammende Vorstellung von der Sphärenmusik inspiriert waren; und Escape to Paradise (2014) galt Werken europäischer Komponisten, die in Hollywood Zuflucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten fanden.
Daniel Hope feierte den 100. Geburtstag von Yehudi Menuhin 2016 mit dem Album Daniel Hope – My Tribute to Yehudi Menuhin. Das 2017 veröffentlichte For Seasons geht auf Hopes Erinnerung zurück, wie er als Kind eine Aufführung von Vivaldis Vier Jahreszeiten mit Menuhin und dem Zürcher Kammerorchester erlebte. 2018 erschien Journey to Mozart, wiederum mit dem Zürcher Kammerorchester aufgenommen, mit Musik von Gluck, Haydn, Mysliveček und Mozart selbst.

2020 wurde das Album Belle Époque veröffentlicht, das einen vielfältigen Eindruck bietet von der Musik, die zwischen dem Ende des deutsch-französischen Kriegs und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstand und Werke so unterschiedlicher Komponisten wie Elgar, Debussy, Chausson, Zemlinsky und Schönberg enthält. Es folgte zunächst ein Album, das die Kammerkonzerte Hope@Home dokumentiert, mit Gastkünstlern wie Christoph Israel, Till Brönner und Max Raabe und dann eine Veröffentlichung anlässlich des 75. Geburtstags des Zürcher Kammerorchesters, die drei klassische Serenaden als Höhepunkte dieser Gattung vorstellt: Tschaikowskys und Elgars Streicherserenaden sowie Mozarts Eine kleine Nachtmusik.

Im Februar 2021 folgte Schnittke: Works for Violin and Piano, das mit dem Pianisten Alexey Botvinov aufgenommen wurde, zu hören sind die Suite im alten Stil, die Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier sowie »Tango« aus der Musik zum Film Agonia. Das Album Hope – während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr aufgenommen und im September 2021 veröffentlicht als ein Versuch, einen Hoffnungsschimmer zu senden und Halt zu geben – präsentiert Musik von Schubert, Elgar und Pärt sowie Arrangements von traditionellen Liedern und eine neue Fassung von Ariel Ramírez‘ Missa Criolla.
In seinem aktuellen Album America, ab Februar 2022 auf dem Markt, taucht Daniel Hope in das reiche Repertoire amerikanischer Musik ein, um ihre Wurzeln zu erforschen und ihrer Eigenart nachzugehen. Aufgenommen mit dem Zürcher Kammerorchester und Gästen wie dem Marcus Roberts Trio stellt er neue Arrangements vor von Werken von Bernstein, Cook, Copland, Ellington, Gershwin, Price, Ward und Weill.

2004 wurde Hope bei den Classical Brit Awards zum »Nachwuchskünstler des Jahres« gekürt. Er erhielt sieben ECHO Klassik-Preise, darunter den Preis »Klassik ohne Grenzen« 2017 für For Seasons, sowie den Deutschen Schallplattenpreis, Prix Caecilia, »Diapason d’Or des Jahres« und Edison Classical Award Special Prize 2014. Hinzu kommen zahlreiche Grammy-Nominierungen.

Daniel Hope kam 1973 in Durban in Südafrika zur Welt. Als er sechs Monate alt war, erhielt sein Vater, der Romanautor, Dichter und Antiapartheid-Aktivist Christopher Hope, ein Ausreisevisum unter der Bedingung, dass er nie zurückkehre. Die Familie ging zunächst nach Paris, dann nach London, wo Daniels Mutter Eleanor Sekretärin und später Managerin von Yehudi Menuhin wurde. Als kleiner Junge spielte er mit den Enkelkindern des Geigers, der ihn anregte, Geigenunterricht bei Sheila Nelson zu nehmen, einer der besten Musikpädagoginnen für Kinder in England. 1984 trat er in das Royal College of Music in London ein und studierte anschließend an der Royal Academy of Music. Hope startete 1990 seine Laufbahn als Berufsmusiker und nahm zwischen 1992 und 1998 als Krönung seiner formellen Ausbildung noch Unterricht bei Zakhar Bron.

Er spielt die »Ex-Lipiński« von Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1742, die ihm von einer ungenannten Familie aus Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

Zu seinen Plänen für die laufende Spielzeit gehören vier Konzerte im Januar 2022 mit dem New Century Chamber Orchestra und Sopran Leah Hawkins mit Werken von Diamond, Price und Copland und eine Deutschland-Tournee im Februar mit seinem Zürcher Kammerorchester, auf der er das Repertoire von America vorstellt.

Alexey Botvinov

Alexey Botvinov wurde in Odessa geboren, wo er seine musikalische Ausbildung bei Prof. Mogilevskaya begann und später am Konservatorium bei Prof. Kardaschow fortführte. Im Alter von 19 Jahren gewann er den Allunions-Rachmaninow-Wettbewerb in Moskau als jüngster Teilnehmer und wurde daraufhin in seiner Heimatstadt zum Solisten der Philharmonie sowie zum Lehrer am Konservatorium von Odessa ernannt. Am Moskauer Konservatorium war Botvinov 1987-1989 Assistent von Prof. Gornostayeva. In dieser Zeit gewann er den Bach-Wettbewerb in Leipzig und den Clara Schumann-Wettbewerb in Düsseldorf. Bei Alexis Weissenberg schloss er sein Studium ab.

1993 spielte er in Moskau mit dem Tschaikowski Radio-Symphonieorchester Moskau unter Vladimir Fedoseyev die Uraufführung des 3. Klavierkonzertes von Alemdar Karamanov und zur Saisoneröffnung der Zürcher Tonhalle Tschaikowskis erstes Klavierkonzert in. 1994-1996 lebte Alexey Botvinov in Düsseldorf, wo mit der Uraufführung des Balletts „Szenen“ zu Musik von Robert Schumann seine enge Zusammenarbeit mit Heinz Spoerli begann. Seit Spoerli nach Zürich verpflichtet wurde, ist Alexey Botvinov als ständiger Gast mit dem Zürcher Ballett verbunden sowohl daheim als auch auf Tourneen. Mit großem Erfolg spielte er dabei bereits in mehr als 20 Ballettproduktionen Musik von Mozart, Chopin, Brahms, Prokofjew, Strawinsky und Schnittke.

Seit 1995 interpretiert Alexey Botvinov Bachs „Goldberg-Variationen“, deren Tanz-Inszenierung zu einer Art Visitenkarte des Zürcher Balletts geworden sind, mit der sich das Ensemble in über 150 Aufführungen in Europa, Kanada, Japan, Israel und Südafrika präsentiert hat. Seit 2001 gehören die „Goldberg-Variationen“ auch zum ständigen Repertoire des Balletts der Deutschen Oper Berlin; die Premiere im Juni 2001 wurde von der deutschen Kritik als „Feuerwerk am Klavier“ gepriesenen. Der Tagesspiegel attestierte Botvinov, er sei „ein Glücksfall für die Deutsche Oper“.

Die 1996 in der Schweiz erschienene CD der „Goldberg-Variationen“ erreichte auf Anhieb den 2. Platz in Klassik-Charts und wurde von der Pariser Zeitung Le Figaro als „Eine Superaufnahme!“ gelobt. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb über die letzten Aufnahmen Botvinovs, Chopin spiele er „unglaublich schön“, Brahms „erstaunlich wenig traditionsgemäß, doch überzeugend in jedem Detail“. Ebenfalls in der Schweiz erschienen sind seine Aufnahmen mit Werken von Rachmaninow und Konzerte von Bach und Mozart.
Alexey Botvinov ist in 43 Ländern der Welt aufgetreten, darunter bei Festivals wie dem Chopin- Festival in Polen und bei den Zürcher Festspielen. 2002 war er Jurymitglied beim 5.
Internationalen Rubinstein-Wettbewerb in Polen. Bei den Sommerfestspielen Murten Classics 2003 konnte Alexey Botvinov als „Artist in Residence“ weitere künstlerische Triumphe feiern. Im Februar 2005 hat er an der Deutschen Oper Berlin das 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow unter der Leitung von Dimitrij Kitajenko gespielt. Im April 2005 gab Alexey Botvinov mit großem Erfolg sein Debut in der Wigmore Hall London mit Werken von Tschaikowsky und Rachmaninow. Im März 2006 gab er vor begeistertem Publikum ein Klavierrezital im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Im Mai begleitete er das Zürcher Kammerorchester unter Leitung von Howard Griffiths auf seiner China-Tournee mit Werken von Mozart und Schostakowitsch. Auf der Deutschland-Tournee mit der Königlichen Philharmonie von Flandern unter Leitung von Daniele Callegari konnte er mit dem 2. Klavierkonzert von Rachmaninow im Oktober in der Kölner Philharmonie, in Wiesbaden, Aachen und in Roeselare (Belgien) große Erfolge feiern. Auch auf einer Asien-Tournee im Oktober 2007 mit Stationen in Hong Kong, Singapur, Kuala Lumpur, Jakarta, Taiwan wurde jedes Konzert vom Publikum mit Standing Ovation belohnt.

Von 2009-2010 war Botvinov künstlerischer Leiter der Odessa National Opera. Während dieser Zeit inszenierte er zwei Neuproduktionen, die er auch am Klavier begleitete – zum einen die Oper
„Turandot“ mit dem Regisseur Christian von Goetz zum anderen das Ballett „Nureyev forever“. Dies waren die ersten modernen Konzept-Produktionen in der Geschichte dieses Opernhauses.

Botvinov sucht neue Wege der Präsentation klassischer Musik, wie sein innovatives Projekt
„Visual Reality of Music“, bei dem durch Verschmelzung von Musik und visuellen Effekten ein traditionelles Konzert zu einem spektakulären Multimedia-Ereignis wird. Das Projekt wurde 2009 in Moskau, Kiew, Odessa und anderen Städten von zehntausenden Zuschauern begeistert gefeiert. 2010 startete er gemeinsam mit dem türkischen Perkussionisten Burhan Öcal das „Bach Reloaded“-Projekt, das Bachs Meisterwerk mit orientalischen Rhythmen gekonnt kombiniert.
Auch dieses Konzept stieß bei Konzerten in Moskau, Paris, Istanbul, Zürich, Kiew, Odessa, Abu- Dhabi sowie beim Montreux Jazz-Festival auf ein grandioses Echo bei Publikum und Kritikern.

2011 entwickelte Botvinov ein weiteres Projekt, das eine innovative Synthese von Drama, Theater und klassischem Konzert darstellt: Basierend Michail Shishkins Roman „Briefsteller“ gab Botvinov sein Debüt als Regisseur des „art-project“ für Klavier und zwei Schauspieler. Die großartige Resonanz in Russland und der Ukraine führte zu zahlreichen Gastspiel-Einladungen in ganz Europa. Die Premiere der deutschsprachigen Version fand im Dezember 2012 in Zürich statt.

Im August 2015 erlebte „First International Masterclass of Alexey Botvinov in Chateau de Busset“ in Frankreich seine Premiere. 2015 gründete Botvinov mit „ODESSA CLASSICS“ ein weiteres Festival, dessen künstlerischer Leiter und Präsident er weiterhin ist und das sich mittlerweile als eines der erfolgreichsten Musikfestivals der Ukraine etablieren konnte.

Im Jahr 2011 verlieh Wladimir, der Patriarch der Ukraine, Alexey Botvinov den Orden des Heiligen Dimitry für „seine großen Verdienste für Kultur in der Ukraine“. Im November 2015 wurde er für seinen Einsatz mit dem Titel „Volkskünstler der Ukraine“, der höchsten Auszeichnung für Kunstschaffende in der Ukraine, ausgezeichnet.

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