© Andreas Herzau
Jakub Hrůša

Abonnement II, FV

Bamberger Symphoniker

(Frank Peter Zimmermann / Jakub Hrůša)

Montag, 30. September 2019, 20 Uhr
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Wir freuen uns sehr darauf, wenn Frank Peter Zimmermann seine Vorliebe für selten gespielte Violinkonzerte auslebt. Im Verbund mit den Bamberger Symphonikern unter ihrem fantastischen Chef Jakub Hrůša verspricht der Abend, ein Höhepunkt der Saison zu werden.

Bamberger Symphoniker
Frank Peter Zimmermann,
Violine
Jakub Hrůša, Leitung

Richard Wagner
„Lohengrin“ – Vorspiel zum 1. Aufzug

Bohuslav Martinů
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68

D. Glanert  
"Allegro furibondo" für Orchester - Uraufführung im Rahmen des "encore!" Projekts

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Frank Peter Zimmermann
© Harald Hoffmann

Kraft und Zärtlichkeit

Bambis. Bambis und nochmal Bambis. Nicht nur drei, vier oder fünf. Sondern fast 80. Genauer gesagt dürften es diesmal 78 sein. So viele Orchestermusiker sind eingeplant, um das Konzert für Violine und Orchester in g-Moll Nr. 2 von Bohuslav Martinů aufzuführen – Dirigent und Solist noch nicht mitgerechnet! Letzterer kommt jetzt gleich zwingend ins Spiel, denn es war und ist der Geigenvirtuose Frank Peter Zimmermann, der die Bamberger Symphoniker liebevoll „Bambis“ nennt.

Der aus einer Musikerfamilie stammende, gebürtige Duisburger (Jahrgang 1965) kennt Bamberg und das Orchester quasi von Kindesbeinen an: Hier traf er auf seinen ersten wichtigen Lehrer Valery Gradow, denn der Geigenprofessor wohnte vor seinem Wechsel ins Ruhrgebiet noch an der Regnitz. Zimmermann war damals gerade zehn Jahre alt und hatte bereits sein erstes öffentliches Konzert als Solist mit Orchester absolviert.

Sein Debüt mit den Bambis fand fünf Jahre später statt, bei einer ZDF-Produktion mit jungen Nachwuchskünstlern 1980 in Bad Kissingen unter Gerd Albrecht. Es folgte eine inzwischen jubiläumsreife Vielzahl weiterer gemeinsamer Auftritte – in Bamberg, Erlangen und weiteren Abstecherorten in der Region, bei Tourneen in Deutschland, Europa und auf mehreren Kontinenten unter der Leitung von Chef-, Ehren- beziehungsweise Gast-Dirigenten wie Horst Stein, Christoph Eschenbach, Emmanuel Krivine, Ádám Fischer, Jonathan Nott, Lawrence Foster, Herbert Blomstedt, Robin Ticciati, Manfred Honeck und Jakub Hrůša.

Mit der Premiere seines aktuellen Konzertprogramms in Bamberg hat Frank Peter Zimmermann laut Datenbank der Symphoniker sein 100. Konzert mit diesem Orchester absolviert. Und auch wenn es nur noch etwa zwei Dutzend Musiker sind, die er von seinen ersten Auftritten im Dominikanerbau her kennt, ist jedes Gastspiel für ihn wie eine Rückkehr zu alten Freunden, ja fast wie zur Familie. Eine Großfamilie allerdings, denn im Kleinen hat er selber eine, die auch dem hiesigen Konzertpublikum nicht ganz unbekannt geblieben ist: Zimmermanns Sohn Serge ist ebenfalls Geigensolist, der sich in der letzten Saison mit den Bamberger Symphonikern unter Chefdirigent Jakub Hrůša mit Mendelssohns Violinkonzert auch in der Heinrich-Lades-Halle vorgestellt hat.

Dass Zimmermann Senior längst ein Weltstar ist, kann man unter anderem daran ablesen, dass er mit den renommiertesten Orchestern in blockweisen Arbeitsphasen immer häufiger auch Stücke spielt, die eben nicht zum Standardrepertoire gehören, sondern ihn persönlich besonders reizen und zum Teil auch deshalb so selten gespielt werden, weil die technischen Hürden für die meisten Geiger zu hoch sind: zum Beispiel die Violinkonzerte von Bohuslav Martinů, der neben Smetana, Dvořák und Janáček einer der Säulenheiligen der tschechischen Musik ist.

„Martinů“, sagte Frank Peter Zimmermann in einem Interview, „hat eine ganz eigene Tonsprache. Seine Musik lässt sich in keine Schublade stecken, weil sie so wandelbar ist: mal impressionistisch, mal expressiv, mal perkussiv, dann wieder sehr gesanglich und lyrisch. Sie widersetzt sich jeder stilistischen Einordnung. Hinzu kommt noch das tschechische Idiom von Martinůs Musik. Diese böhmischen Tanzrhythmen mit ihren vertrackten metrischen Verschiebungen!“

Jetzt, zum Jubiläumsgastspiel bei den Bambis, steht das Konzert Nr. 2 auf dem Programm, das Martinů 1943 im amerikanischen Exil für Mischa Elman, einen Geiger alter Schule, in der Tradition des großen romantischen Konzerts komponierte und das vor mitreißendem Elan und süffigen Lyrismen nur so strotzt. „Von Frank Peter Zimmermann“, schwärmte ein Kritiker, „diesem Geiger mit der eigentümlichen Mischung aus Kraft und Zärtlichkeit, hört man eigentlich alles gern.“ Zumal er wiederum die heiß geliebte „Lady Inchiquin“ spielt, jene Stradivari, die er nach dramatischen Umständen wieder zurückerhalten hat. Lesen Sie dazu auch den Blog auf der Homepage des gVe: „Die irische Lady und der deutsche Geiger“.

Es versteht sich von selbst, dass Zimmermann und die Bambis unter Jakub Hrůša beide Martinů-Konzerte inzwischen auf CD eingespielt haben. Aber selbst wer jetzt dächte, „dann brauch’ ich ja gar nicht mehr ins Konzert zu gehen“, liegt falsch. Denn er würde nicht nur den Live-Auftritt eines Weltstars verpassen, sondern auch zwei weitere Programmpunkte, die es, gerade wenn die Bamberger Symphoniker unter Jakub Hrůša musizieren, in sich haben: Richard Wagners Vorspiel zur romantischen Oper „Lohengrin“ und die Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68 von Johannes Brahms.

P.S.: Weder Frank Peter Zimmermann noch die Bamberger Symphoniker haben bisher den Medien-, Film- und Fernsehpreis „Bambi“ aus dem Verlagshaus Burda erhalten, der zuweilen auch an Protagonisten der klassischen Musik vergeben wird. Das wäre doch was!

Text: Monika Beer

Frank Peter Zimmermann
© Harald Hoffmann
Frank Peter Zimmermann

Frank Peter Zimmermann ist einer der bedeutenden Geiger unserer Zeit. Geboren 1965 in Duisburg, begann er als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel und gab bereits im Alter von zehn Jahren sein erstes Konzert mit Orchester. Nach Studien bei Valery Gradow, Saschko Gawriloff und Herman Krebbers begann 1983 sein kontinuierlicher Aufstieg zur Weltelite. Frank Peter Zimmermann gastiert bei allen wichtigen Festivals und musiziert mit allen berühmten Orchestern und Dirigenten in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien.

In der Spielzeit 2017/2018 wird Frank Peter Zimmermann als “Artist in Residence” des NDR Elbphilharmonie Orchesters in vier unterschiedlichen Projekten zu erleben sein. Zu weiteren Höhepunkten zählen Konzerte mit seinem Trio Zimmermann in Paris, Dresden, Berlin und Madrid sowie bei den Sommerfestivals in Salzburg, Edinburgh und Schleswig-Holstein, Konzerte in Amsterdam und auf Tournee in Korea und Japan mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und Daniele Gatti, eine Tournee mit Gastspielen in Europa und der New Yorker Carnegie Hall mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Mariss Jansons, Konzerte mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und Bernard Haitink, eine Europatournee mit den Berliner Barock Solisten, Auftritte mit dem Dirigenten Daniel Harding und seinen Orchestern, dem Orchestre de Paris und dem Swedish Radio Symphony Orchestra, sowie eine China-Tournee mit Gastspielen bei den Sinfonieorchestern in Shanghai und Guangzhou und dem China Philharmonic Orchestra (anlässlich der Eröffnung des Beijing Music Festivals) jeweils unter der Leitung von Long Yu.

Wichtige Engagements der vergangenen Spielzeit führten ihn zum Boston Symphony Orchester und den Wiener Symphonikern jeweils mit Jakub Hrůša, zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Yannick Nézet-Séguin, Bayerischen Staatsorchester mit Kirill Petrenko, Philharmonia Orchestra mit Juraj Valčuha und Rafael Payare, zu den Berliner Philharmonikern und New York Philharmonic jeweils mit Alan Gilbert, zur Russisch-Deutschen Musikakademie mit Valery Gergiev, zum Orchestre National de France mit Juraj Valčuha und zu den Bamberger Symphonikern mit Manfred Honeck.

2015 spielte Frank Peter Zimmermann die Welturaufführung von Magnus Lindbergs Violinkonzert Nr. 2 mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jaap van Zweden. Weitere Aufführungen dieses neuen Werks führten ihn zu den Berliner Philharmonikern und dem Swedish Radio Symphony Orchestra, jeweils mit Daniel Harding, sowie zu New York Philharmonic und dem Orchestre Philharmonique de Radio France, jeweils mit Alan Gilbert.

Er brachte drei weitere Violinkonzerte zur Uraufführung: en sourdine von Matthias Pintscher mit den Berliner Philharmonikern und Peter Eötvös (2003), The Lost Art of Letter Writing (2007) mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung des Komponisten Brett Dean, der für diese Komposition 2009 den Grawemeyer Award erhielt, sowie das Violinkonzert Nr. 3 Juggler in Paradise von Augusta Read Thomas mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dirigiert von Andrey Boreyko (2009).

Neben seinen zahlreichen Orchesterengagements ist Frank Peter Zimmermann regelmäßig als Kammermusiker auf den bedeutenden Podien der Welt zu hören. Seine Interpretationen des klassischen, romantischen und des Repertoires des 20. Jahrhunderts finden immer wieder großen Anklang bei Presse und Publikum.

Gemeinsam mit dem Bratschisten Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra gründete er das Trio Zimmermann; regelmäßige Tourneen führen das Ensemble zu allen wichtigen Musikzentren Europas. Bisher veröffentlichte das Trio beim Label BIS Records Aufnahmen mit Werken von Beethoven (Streichtrios opp. 3, 8 und 9), Mozart (Divertimento KV 563) und Schubert (Streichtrio D 471).

Frank Peter Zimmermann erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der Premio del Accademia Musicale Chigiana in Siena, der Rheinische Kulturpreis, der Musikpreis der Stadt Duisburg, der Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Über die Jahre hat Frank Peter Zimmermann eine eindrucksvolle Diskographie eingespielt; seine Aufnahmen erschienen bei EMI Classics, Sony Classical, BIS, Ondine, Teldec Classics und ECM Records. Er nahm nahezu alle großen Violinkonzerte von Bach bis Ligeti sowie zahlreiche Kammermusikwerke auf. Seine Aufnahmen wurden weltweit mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet.

2015 und 2016 erschien bei hänssler Classic eine gemeinsam mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Antoine Tamestit entstandene Neuaufnahme der fünf Violinkonzerte sowie der Sinfonia Concertante von W. A. Mozart. Als Teil der Gesamteinspielung aller Symphonien und Konzerte von Dvořák der Tschechischen Philharmonie unter der Leitung von Jiří Bělohlávek brachte Decca 2014 seine zweite Aufnahme des Violinkonzerts heraus. BIS veröffentlichte seine Aufnahme des Violinkonzerts The Lost Art of Letter Writing von Brett Dean mit Sydney Symphony und Jonathan Nott sowie die von der Kritik hochgelobte Einspielung mit Werken von Paul Hindemith, darunter das Violinkonzert (1939) mit dem hr-Sinfonieorchester und Paavo Järvi, drei Sonaten für Violine und Klavier mit Enrico Pace und die Sonate für Violine solo op. 31 Nr. 2. Ebenfalls bei BIS erschien 2016 seine Aufnahme der beiden Violinkonzerte von Dmitri Schostakowitsch gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Alan Gilbert.

Die Violine 1711 "Lady Inchiquin" von Antonio Stradivari wird ihm freundlicherweise überlassen durch die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, "Kunst im Landesbesitz".

Jakub Hrůša
© Andreas Herzau
Jakub Hrůša

Jakub Hrůša ist seit September 2016 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Er ist der fünfte Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters. »Ich freue mich außerordentlich«, sagt Jakub Hrůša, »Chefdirigent der Bamberger Symphoniker zu sein. Schon bevor ich die Möglichkeit hatte, dieses Juwel unter den europäischen Orchestern zu dirigieren, habe ich es über die Maßen bewundert. Sie verkörpern Orchesterkultur im umfassendsten Sinne des Wortes. Da die Wurzeln des Orchesters in Prag liegen, atmen wir gewissermaßen die gleiche musikalische Luft, teilen den gleichen kulturellen Hintergrund und sind uns künstlerisch und historisch sehr nah. Mit den Bamberger Symphonikern kann jedes noch so kleine musikalische Detail zu einem Wunder werden, und jedes Konzert verwandelt den, der es hört.«

Das Gramophone Magazine bezeichnete den in Brno in der Tschechischen Republik geborenen Dirigenten als »kurz davor, größte Bedeutung zu erlangen«. Er ist Erster Gastdirigent des Philharmonia Orchestra und der Tschechischen Philharmonie, zuvor des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Von 2009 bis 2015 war er Musikdirektor und Chefdirigent von PKF-Prague Philharmonia.

Er ist regelmäßig zu Gast bei den bedeutendsten Orchestern der Welt. Künstlerische Höhepunkte der jüngsten Zeit waren seine Debüts beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Berliner Philharmonikern, dem Orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia, der Filarmonica della Scala, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra, dem New York Philharmonic, der Boston Symphony und der Chicago Symphony, Auftritte in bei den »Bohemian Legends« und »The Mighty Five« – zwei Konzertserien des Philharmonia Orchestra –, sowie Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Cleveland Orchestra, den Wiener Symphonikern, dem DSO Berlin sowie dem San Francisco Symphony und dem Los Angeles Philharmonic.

Als Operndirigent ist er regelmäßig beim Glyndebourne Festival zu erleben und war drei Jahre lang Music Director von »Glyndebourne on Tour«. Er leitete Produktionen an der Wiener Staatsoper, an der Opéra National de Paris, der Frankfurter Oper, der Finnischen Nationaloper, der Königlichen Dänischen Oper und am Prager Nationaltheater. In der Saison 2017/2018 war er erneut an der Pariser Oper sowie am Royal Oper House Covent Garden in London zu erleben.

Er hat mehrere CDs veröffentlicht. Mit den Bamberger Symphonikern führt er die Partnerschaft mit dem Label TUDOR fort: Mit seinem Amtsantritt als Chefdirigent des Orchesters erschien im September 2016 seine erste Einspielung mit den Bamberger Symphonikern, Bedřich Smetanas »Mein Vaterland«. Die kürzlich veröffentlichte 50. CD der Zusammenarbeit der Bamberger Symphoniker mit Tudor Recordings mit Brahms' 4. und Dvořák's 9. Symphonie („Aus der Neuen Welt“) unter der Leitung von Jakub Hrůša bildet zudem den Auftakt zu einem neuen Brahms/Dvořák-Zyklus des Orchesters mit seinem Chefdirigenten. Außerdem hat er Live-Aufnahmen vorgelegt von Hector Berlioz’ »Symphonie fantastique«, Richard Strauss’ »Eine Alpensinfonie« und Josef Suks »Asrael«-Symphonie mit dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra (Octavia Records). Weitere Aufnahmen umfassen die Violinkonzerte von Tschaikowsky und Bruch mit Nicola Benedetti und der Tschechischen Philharmonie (Universal) sowie drei CDs mit dem PKF-Prague Philharmonia.

Jakub Hrůša studierte Dirigieren an der Akademie der musischen Künste Prag. Er ist Präsident des International Martinů Circle und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Prag. 2015 erhielt er als erster den Sir-Charles-Mackerras-Preis.

Bamberger Symphoniker
© Andreas Herzau
Bamberger Symphoniker

Die Bamberger Symphoniker sind ein außergewöhnliches Orchester in einer außergewöhnlichen Stadt. Bamberg ohne seine Symphoniker, das wäre eine Stadt, der etwas Wesentliches fehlte, etwas Elementares, wie die Luft zum Atmen: Fast 10% der heimischen Bevölkerung sind Abonnenten in einer der fünf eigenen Konzertreihen. Hinzu kommen etliche, ebenfalls fast ausnahmslos ausverkaufte Sonderkonzerte, so dass im Schnitt jeder Bamberger Bürger einmal im Jahr ein Konzert seines Orchesters besucht.

Und doch sind die Bamberger Symphoniker weit mehr als das musikalische Zentrum der Stadt und der ganzen Region. Sie sind eines der reisefreudigs­ten Orchester Deutschlands überhaupt: Seit 1946 begeistern sie ihr Publikum weltweit mit ihrem charakteristisch dunklen, runden und strahlenden Klang. Mit weit mehr als 7.000 Konzerten in über 500 Städten und 63 Ländern sind sie seitdem als Bayerische Staatsphilharmonie zum Kulturbotschafter Bayerns und ganz Deutschlands geworden und regelmäßig weltweit unterwegs. Viele Preise und Auszeichnungen erhielt das Orchester, unter anderem für seine unzähligen Schallplatten- und CD-Produktionen. 2018 wurden die Bamberger Symphoniker für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ ausgezeichnet.

Die Umstände ihrer Gründung machen die Bamberger Symphoniker zu einem Spiegel der deutschen Geschichte: 1946 trafen ehemalige Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag in Bamberg auf Musikerkollegen, die ebenfalls infolge der Kriegs- und Nachkriegswirren aus ihrer Heimat hatten fliehen müssen, und gründeten das »Bamberger Tonkünstlerorchester«, kurze Zeit später umbenannt in Bamberger Symphoniker. Ausgehend von dem Prager Orchester lassen sich Traditionslinien bis ins 19. und 18. Jahrhundert ziehen. Damit reichen die Wurzeln der Bamberger Symphoniker zurück bis zu Mahler und Mozart.

Seit September 2016 ist der Tscheche Jakub Hrůša der fünfte Chefdirigent in der Geschichte der Bamberger Symphoniker, und sein Vertrag wurde gerade bis 2026 verlängert. Mit seiner Person spannt sich nun, mehr als sieben Jahrzehnte nach der Orchestergründung, wieder eine Brücke zwischen den geschichtlichen Wurzeln der Bamberger Symphoniker und ihrem Heute.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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