© Astrid Ackermann
Joseph Bastian

FV

Bayerisches Landesjugendorchester

(Lydia Teuscher/Joseph Bastian)

Donnerstag, 07. Januar 2021, 19 Uhr
Keine Einführung
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Während andere Weihnachtsferien machen, probt der Elite-Nachwuchs in der Musikakademie Weikersheim. Das Konzert in Erlangen ist neben dem Auftritt im Gasteig München das „Finale“ der Arbeitsphase. Jetzt sind die jungen Musiker austrainiert, hoch motiviert und voller Schwung!

Bayerisches Landesjugendorchester
Lydia Teuscher, Sopran
Joseph Bastian, Leitung

Igor Strawinsky
Symphonies d’instruments à vent (1947)

Richard Strauss
Orchesterlieder

Béla Bartók
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta

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© Bayerisches Landesjugendorchester

Es wird leidenschaftlich … Die Jugend kommt!

Wenn das Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) in Erlangen gastiert, wünscht sich der gVe viele junge Gesichter im Publikum, denn es werden Menschen im Alter von 13 bis 20 Jahren auf der Bühne musizieren. Längst hat sich das Bayerische Landesjugendorchester aus dem Dunstkreis landläufiger Nachwuchsorganisationen herausgehoben und zum singulären Förderer musikalischer Spitzenbegabungen gemausert.

Es ist eine Auszeichnung, Teil dieses Nachwuchsorchesters sein zu dürfen, das mittlerweile in einem Atemzug mit den großen Profi-Orchestern genannt wird.

In seiner über 40-jährigen Geschichte ist das BLJO durch alle Höhen und Tiefen der Orchesterliteratur gegangen und weiß, worauf es sich einlässt, wenn es sich an die Giganten des Repertoires heranwagt. Vielleicht liegt es an der jugendlichen Unbekümmertheit, immer hoch hinaus zu wollen, vielleicht liegt es auch am Reiz, Grenzen zu erforschen. Ganz sicher aber unterliegt keiner der jugendlichen Musiker dem Irrtum, Schweres auf die leichte Schulter zu nehmen.

Sie alle wissen, was es bedeutet, ein In-strument bis zur Orchesterreife zu erlernen, sie alle haben sich der Disziplin und dem Leistungsanspruch unterworfen, höchsten Anforderungen zu genügen. Nicht von ungefähr sitzen an führenden Positionen vieler deutscher und ausländischer Kulturorchester ehemalige Mitglieder des BLJO.

An Intensität des Lernens bleibt den jungen Musikern nichts erspart. Sie werden hart gefordert, ohne einem Drill zu unterliegen. Der Stolz und die Freude über gelungene Konzerte wiegen dafür dann den Verlust der Ferien mehr als auf.

Arrivierte und international renommierte Dirigenten wie Jonathan Nott oder bei Sonderprojekten mit dem BR-Sinfonieorchester Mariss Jansons, Daniel Harding und Péter Eötvös taten und tun ihr Übriges für die Attraktivität dieses Nachwuchsensembles.

Glücklichere Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sind kaum denkbar, und deshalb beherrscht nicht stolz geschwellte Virtuosenbrust das Klima des Orchesters, sondern Demut vor den großen Werken der abendländischen Musik. Dieser Geist ist in jedem der Konzerte des BLJO spürbar und wirkt auf Musiker wie Publikum gleichermaßen inspirierend und beglückend.

Mit der 8. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch loten die jungen Musiker einmal mehr sowohl technisch als auch intellektuell-interpretatorisch ihre Grenzen aus. Dieses gewaltige Werk enthält sowohl musikalisch wie politisch einigen Sprengstoff, denn es soll – laut Kurt Sanderling – verschlüsselt „den Schrecken des Lebens eines Intellektuellen in der Zeit Stalins“ darstellen.

Geleitet wird das BLJO an diesem Abend von Joseph Bastian (der in der vergangenen Saison den gVe „rettete“, als er spontan für den erkrankten Antonello Manacorda einsprang), ehemals Posaunist im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und mittlerweile hochgeschätzter Dirigent.

Zusammen mit der Sopranistin Lydia Teuscher, die Dank ihres klaren, körperlichen Timbres und ihrer hinreißenden Ausstrahlung in den Fächern Konzert-, Opern- und Liedgesang von den großen Opernhäusern und Festivals europaweit nachgefragt ist, werden die Nachwuchsmusiker sechs Orchesterlieder von Richard Strauss zu Gehör bringen. Titel wie „Das Rosenband“, „Freundliche Vision“ oder „Ich wollt’ ein Sträußlein binden“ sind da ein romantisches Versprechen.

Text: Otto Meininger

Lydia Teuscher

Lydia Teuscher wurde in Freiburg im Breisgau geboren. Sie studierte an der Hochschule für Musik Trossingen, dem Welsh College of Music and Drama und der Hochschule für Musik in Mannheim. 2006 bis 2008 war sie Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper, wo sie die Rollen der Pamina, Susanna, Gretel, Valencienne und Ännchen verkörperte. Die Rolle der Pamina führte sie auch zur Salzburger Mozartwoche, dem Festival d ́Aix-en-Provence, dem Moskauer Bolschoi Theater, der Bayerischen Staatsoper und der Staatsoper unter den Linden Berlin; sie verkörperte Susanna in Glyndebourne, am Staatstheater Karlsruhe, dem Hyogo Performing Arts Center und der Oper Bern; sie sang Héro (Béatrice et Bénédict) beim Seiji Ozawa Festival in Japan, Zerlina am Moskauer Bolschoi Theater und Gretel in Glyndebourne. Regelmäßig arbeitet sie mit Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Seiji Ozawa, David Zinman, Daniel Harding, Ivor Bolton, Mirga Grazinyté-Tyla, Giovanni Antonini, Emmanuelle Haïm, René Jacobs und Robin Ticciati zusammen; sie war Gast beim Concertgebouworkest Amsterdam, dem London Symphony Orchestra, dem London Philharmonic, dem San Francisco Symphony, dem Chicago Symphony Orchestra, dem DSO Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin, dem St. Louis Symphony sowie vielen Ensembles wie Le Concert d ́Astrée, Il Giardino Armonico, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, und der Academy of Ancient Music.

Im April 2019 gab sie ihr Debüt in der Elbphilharmonie mit Kent Nagano und dem Staatsorchester Hamburg in Mozarts großer Messe in c-Moll. Eine besondere Zusammenarbeit verbindet sie mit Les Violons du Roy und Bernard Labadie in Québec, mit denen sie im vergangenen Jahr ihr Debüt an der New Yorker Carnegie Hall gab. Innerhalb ihres breit gefächerten Repertoires, das von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischer Musik reicht, bilden die Bereiche der Klassik und des Barock besondere Schwerpunkte. Zu den Höhepunkten der Saison 2019-2020 zählten ihr Debüt an der Oper Zürich als Ännchen, eine Neuproduktion von Telemanns Pastorelle en Musique mit Dorothea Oberlinger in Potsdam und Bayreuth, ihr Debüt beim Los Angeles Philharmonic, sowie ein Liederabend in Glasgow. Eine besondere Vorliebe hat Lydia Teuscher für den Liedgesang. Mit ihrer langjährigen Klavierpartnerin Juliane Ruf gab sie ihr Debüt an der Londoner Wigmore Hall und dem deSingel Antwerpen. Mit Graham Johnson gab sie ebenfalls Liederabende in der Wigmore Hall sowie in Washington und dem Klavierfestival Ruhr. Zu ihren weiteren Duopartnern gehören Angela Hewitt, Kit Armstrong, Roger Vignoles, Wolfgang Brunner und Lukas Maria Kuen.

Joseph Bastian
© Astrid Ackermann
Joseph Bastian

„Einen sensationellen Einstand“ (Abendzeitung, München) feierte Joseph Bastian 2016, als er beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mitten in einer Konzertwoche einsprang. Sein Dirigat begeisterte Kritik und Orchester zugleich und war der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit. Zu seinen jüngsten Projekten mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gehören Dirigate beim Finale des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD München 2018 und ein Konzert mit zeitgenössischem Programm von Boulez und Reich, in dessen Rahmen ihm der Eugen-Jochum Preis verliehen wurde.

2016 gewann Joseph Bastian den Neeme Järvi Preis des Gstaad Menuhin Festivals und wurde eingeladen, das Gstaad Festival Orchestra auf Tournee mit den Pianistinnen Khatia und Gvantsa Buniatishvili zu dirigieren. Höhepunkte der Saison 2019/20 waren Debüts bei den Dresdner Philharmoni-kern, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, Orchestre de Chambre du Luxembourg, Orchestre Dijon Bourgogne, Orquestra Simfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. In Europa ist er als Gastdirigent u.a. bei den Bamberger Symphonikern, dem SWR Symphonieorchester, den Düsseldorfer Symphonikern, dem hr-Sinfonieorchester, dem Münchner Kammerorchester, dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem Sinfonieorchester Basel und der Deutschen Radiophilharmonie zu erleben.

Eine enge Zusammenarbeit als Assistent verband ihn mit Mariss Jansons, Daniel Harding und Vladimir Jurowski. Von 2011 bis 2018 war er musikalischer Leiter des Abaco-Orchesters der Universität München, mit dem er im Oktober 2017 sein Debüt im goldenen Saal des Wiener Musikvereins dirigierte. Joseph Bastian spielte Cello und Posaune, war Bassposaunist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Mitglied des Bayreuther Festspielorchesters. Auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis war er ebenfalls sehr aktiv, spielte Barockposaune mit dem Ensemble „Les Cornets noirs“ (Basel) und spezialisierte sich auf zwei fast vergessene Instrumente, die Ophikleide und den Serpent, die er u.a. bei den Berliner Philharmonikern, der Akademie für alte Musik Berlin und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielte.

Bayerisches Landesjugendorchester
© Jansons
Bayerisches Landesjugendorchester

seit 2004 das Patenorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks    

Längst hat sich das Bayerische Landesjugendorchester aus dem Dunstkreis landläufiger Nachwuchsorganisationen herausgehoben und zum singulären Förderer musikalischer Spitzenbegabungen gemausert. Ist es dennoch ein Wagnis, Vermessenheit oder gar ahnungslose Arroganz, Literatur, die vor etlichen Jahren für ein Jugendorchester nicht bewältigbar schien, auf die Pulte zu legen?

Das Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) hat alle Zweifler eines Besseren belehrt und diese Werke in den letzten Jahren nicht nur achtbar, sondern mit geradezu sensationellem Erfolg in deutschen Konzertsälen präsentiert.

Worin liegt das Geheimnis dieses einmaligen Klangkörpers, den die Presse gerne und immer wieder mit professionellen Orchestern in einem Atemzug nennt?

In seiner über 40-jährigen Geschichte hat das BLJO das Fürchten gelernt, ist durch alle Höhen und Tiefen der Orchesterliteratur gegangen und weiß, worauf es sich einlässt, wenn es sich an die Giganten des Repertoires heranwagt. Vielleicht liegt es an der jugendlichen Unbekümmertheit, immer hoch hinaus zu wollen, vielleicht liegt es auch am Reiz, Grenzen zu erforschen. Ganz sicher aber unterliegt keiner der jugendlichen Musiker dem Irrtum, Schweres auf die leichte Schulter zu nehmen.

Sie alle wissen, was es bedeutet, ein Instrument bis zur Orchesterreife zu erlernen, sie alle haben sich der Disziplin und dem Leistungsanspruch unterworfen, höchsten Anforderungen zu genügen. Nicht von ungefähr sitzen an führenden Positionen vieler deutscher und ausländischer Kulturorchester ehemalige Mitglieder des BLJOs.

An Intensität des Lernens bleibt den jungen Musikern nichts erspart. Sie werden hart gefordert, ohne einem Drill zu unterliegen. Der Stolz und die Freude über gelungene Konzerte wiegen dafür dann den Verlust der Ferien mehr als auf.

Aber es ist noch etwas anderes, was die Seele dieses Klangkörpers in Schwingungen versetzt: Es ist der menschliche Umgang miteinander und untereinander, und es ist vor allem die fürsorgliche Betreuung durch erfahrene Erwachsene. Sie kennen sowohl die Ängste und Nöte wie auch die euphorischen Glücksgefühle der Jugendlichen. Die „Alten“ wissen was es heißt, sich in den Ferien in Klausur zu begeben und sich einem musikalischen Leistungsanspruch abseits aller schulischen Anforderungen zu stellen.

Die jungen Musiker von 13 bis Anfang 20 Jahre treffen sich drei Mal im Jahr in den Schulferien an Orten, die auf Grund ihres bezahlbaren Angebotes an Unterbringung, Verpflegung und Probenräumen für ein großes Sinfonieorchester oder viele Kammermusikgruppen geeignet sind. Diese Stätten werden von umsichtigen und verständnisvollen Leuten geführt, die immer wieder erkennen, was da an substanzieller Arbeit mit ungeheurer Disziplin vollbracht wird. So ist das BLJO regelmäßig als gern gesehener Gast in der Musikakademie Schloss Weikersheim, die Sommerprojekte finden im südtiroler Städtchen Eppan statt und der Kammermusikkurs mit BLJO-Mitgliedern im oberpfälzischen Amberg.

Auch arrivierte und international renommierte Dirigenten wie beim Jubiläumsprojekt Jonathan Nott oder bei Sonderprojekten mit dem BR-Symphonieorchester Mariss Jansons, Daniel Harding und Péter Eötvös tun ihr Übriges für die Attraktivität dieses Nachwuchsensembles.
Glücklichere Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sind kaum denkbar, und deshalb beherrscht nicht stolz geschwellte Virtuosenbrust das Klima des Orchesters, sondern Demut vor den großen Werken der abendländischen Musik. Dieser Geist ist in jedem der Konzerte des BLJO spürbar und wirkt auf Musiker wie Publikum gleichermaßen inspirierend und beglückend.

Junge Senkrechtstarter der internationalen Dirigentenszene bekommen durch Vermittlung des Bayerischen Rundfunks den Kontakt zum BLJO. Pietari Inkinen, Robin Ticciati, Andrés Orozco-Estrada, Joseph Wolfe, Sebastian Tewinkel, David Afkham, Simon Gaudenz und Oksana Lyniv – das sind nur einige von ihnen, die das Konzertleben von morgen prägen werden. Aber auch so manchem Nachwuchssolisten hat das BLJO den Weg auf das große Konzertpodium geebnet. Zu ihnen gehören u.a. die Geigerinnen Arabella Steinbacher, Veronika Eberle und Alina Pogostkina, die Pianisten Herbert Schuch und Joseph Moog, die Cellisten Sebastian Klinger, Johannes Moser und Maximilian Hornung, der Klarinettist Sebastian Manz oder der Hornist Christoph Eß.

Engagement und Qualität sprechen sich herum, und so ist seit 2004 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Pate des BLJO. Neben gemeinsamen Arbeitsphasen und Konzerten mit Chefdirigent Mariss Jansons stehen die Musiker des Symphonieorchesters dem Nachwuchs als Mentoren zur Seite, geben ihnen Impulse für die weitere musikalische Entwicklung.

Durch die Kooperation mit dem Tokio College of Music unternahm das BLJO im Sommer 2016 eine Japanreise, nachdem die Probenphase wie gewohnt in Südtirol stattfand. Konzerte in Hiroshima, Kyoto, Yokohama und Tokio hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den jungen Musikern.

Werner Andreas Albert hatte von Anbeginn an 25 Jahre lang die künstlerische Leitung inne. Nun obliegt die Auswahl der Dirigenten, Solisten und Programme dem künstlerischen Beirat, der sich ausschließlich aus erfahrenen Praktikern zusammen setzt, die selbst oft über Jahre hinweg als Dozenten tätig waren und sind. Die organisatorische Leitung des BLJOs übernahm 1991 Andreas Burger, der wie viele der Dozenten selbst einmal Mitglied dieses Orchesters war. Durch diese personelle Kontinuität in den Reihen der Verantwortlichen hat sich eine fast schon familiäre Atmosphäre entwickelt.

Die Arbeitsphasen mit allen logistischen Folgen kosten sehr viel Geld. Deshalb müssen die Eltern der jungen Musiker eine Teilnehmergebühr entrichten, damit diese Maßnahme finanziert werden kann. Unterstützung erfährt das BLJO, das unter der Trägerschaft des Landesausschuss Bayern "Jugend musiziert" e. V. steht, vom Sparkassenverband Bayern. Der Löwenanteil der Ausgaben wird kontinuierlich vom Freistaat Bayern finanziert. Eine Kombination, die harmonisch ineinander greift.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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