© Wilfried Hoesl
Omer Meir Wellber

Abonnement I, FV

BBC Philharmonic Orchestra

(Omer Meir Wellber / Jan Vogler)

Sonntag, 24. Mai 2020, 19 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn, Einlass 18 Uhr
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Es gibt viele Gründe, warum man dieses Ereignis nicht verpassen darf. Zum einen ist es das bislang teuerste Konzert, das der gVe je veranstaltet hat. Zum anderen muss man Omer Meir Wellber einfach einmal live gehört haben. Dann versteht man auch, warum der israelische Dirigent jeden Cent und jede Minute wert ist. Ebenso ein Highlight: der Cellist Jan Vogler – ein international renommierter Künstler, von dem wir in Erlangen hoffentlich noch viel hören werden.

BBC Philharmonic
Jan Vogler, Violoncello
Omer Meir Wellber, Leitung

Richard Strauss
Till Eulenspiegels lustige Streiche, Sinfonische Dichtung op. 28

Antonín Dvořák
Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

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Omer Meir Wellber
© Peter Meisel

Live

Omer Meir Wellber kam 1981 in Be’er Scheva, einer Großstadt im Süden Israels, auf die Welt – er ist damit ein „Sabre“, wie die Israelis ihren im „gelobten Land“ geborenen Nachwuchs liebevoll nennen: nach dem Kaktus, der in dem Wüstenland zu gewaltigen Bergen heranwächst, mit wehrhafter, stacheliger Schale und köstlich süßem Fruchtfleisch.

Heute ist Omer Meir Wellber einer der international gefragtesten Dirigenten seiner Generation, und dem gVe ist mit seinem Engagement eine kleine Sensation gelungen.

Was macht diesen charmanten, gut aussehenden Künstler, der seit September 2019 Chef des BBC Philharmonic Orchestra ist, so besonders? Arbeiten wir uns doch von der Oberfläche nach innen:

Omer Meir Wellber verzichtet weitgehend auf medialen Glamour – ein Grund, warum sein Name das breite Publikum noch nicht erreicht hat, im Kreis der „Eingeweihten“ aber seit Jahren mit Hochachtung ausgesprochen wird. Imagekampagnen sind nicht sein Ding, denn er braucht Zeit und Kraft für das Studium von (Opern-)Partituren, für hocheffiziente Proben mit den namhaften Orchestern der Welt, deren Klang er mit wenigen Anweisungen zum Glühen bringt. Er lehnt die stürmischen Angebote der Plattenindustrie meistens ab, weil er seine Leistung am hohen Standard „Ewigkeit“ misst. So kommt es, dass man seine CDs an einer Hand abzählen kann und nur mit viel Glück einen Konzert-Mitschnitt im Radio erwischt.

Es bleibt, ganz klassisch, das unvergessliche Live-Erlebnis beim Konzertbesuch.

Und dazu gibt Omer Meir Wellber an den musikalischen Hotspots der Welt Gelegenheit: In der vergangenen Saison feierte er sein
Debüt an der Metropolitan Opera New York mit Bizets Oper „Carmen“, davor war er mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra Gast beim Lucerne Festival. Er war in der Hamburger Elbphilharmonie zu erleben und leitete die Premiere von Verdis „Die sizilianische Vesper“ an der Bayerischen Staatsoper in München genauso wie das London Philharmonic Orchestra bei Puccinis „Madame Butterfly“ beim Glyndebourne Festival. Er begeisterte in der Arena di Verona und in der Scala in Mailand, man bat ihn, für Seiji Osawa einzuspringen, und so gab er in Japan eine umjubelte „Salome“ von Richard Strauss.

A propos Richard Strauss: Zu diesem Komponisten der Spätromantik, der sich während des „Dritten Reichs“ nicht unumstritten verhalten hat, hegt Omer Meir Wellber, in dessen Familie einige Holocaust-Opfer zu beklagen sind, überraschend unvoreingenommen eine besondere Wertschätzung. Er bewundert das große Talent, das sich in Strauss’ Musik manifestiert, und wenn er beim Konzert in Erlangen „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ dirigiert, wird er dieses in allen Facetten herausarbeiten.

Klarheit, Präzision und Inspiration, das sind die meistgenannten Elemente der Faszination, die von Omer Meir Wellber ausgeht. Um zu erkennen, was dahinter steht, muss man sich den kleinen fünfjährigen Omer vorstellen, der begeistert Akkordeon und Klavier spielen lernt und mit neun Jahren bei der strengen „Maestra“ Tania Taler den ersten Kompositions-Unterricht erhält, den er bis 2004 bei Michael Wolpe fortsetzt. Nach Abschluss seines Studiums am Konservatorium in Be’er Scheva ermöglicht ihm ein Stipendium der America-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008 das Dirigier- und Kompositionsstudium an der Jerusalem Music Academy bei Eugene Zirlin und Mendi Rodan. Wellbers Werke sind erfolgreich, werden über die Grenzen Israels hinaus weltweit übertragen und trotzdem findet die Komponisten-Karriere nicht wirklich statt.

Denn Daniel Barenboim ruft den unermüdlichen Sucher, den Forscher und Ergründer zu sich als Assistenten an die Berliner Staatsoper „Unter den Linden“ und gleichzeitig an die Mailänder Scala. Ein Ruf mit Katalysator-Wirkung für die Dirigenten-Karriere des mittlerweile umfassend gebildeten Besitzers von 30.000 Büchern.

Von Barenboim übernimmt er den unbedingten Glauben an die Partitur. „Wenn man ein Werk spielt, wie es in der Partitur steht, dann wird die Aufführung gelingen“, ist Wellbers Credo. Permanent anwesend im Geiste sind auch seine beiden antipodischen Vorbilder, der analytisch-exakte Jewgenij Mrawinskij und der emotionale „Hitzkopf“ Leonard Bernstein. Aber es kommt noch ein Geheimnis dazu: Wellber lernt außergewöhnlich schnell, sodass er nach wenigen Stunden die Werke „kann“. Erst legt er sie ein paar Wochen zur Seite, lässt sie sozusagen im Unterbewusstsein zu wertvollem Wein heranreifen und vollendet dann – ein genaues Klangbild vor Augen – mit den Orchestern das unverwechselbare Wellber-Bouquet.

Omer Meir Wellber und „sein“ BBC Philharmonic Orchestra bringen zusammen mit dem Sieger des ARD Musikwettbewerbs Jan Vogler das süffige, in allen Klangfarben der Sehnsucht leuchtende Konzert für Cello und Orchester von Antonín Dvořák zu Gehör. Und mit Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie, die vor Heiterkeit und Lebensfreude nur so sprüht, wird Omer Meir Wellber jeden im Saal – Zuhörer wie Musiker – euphorisieren.

Text: Cora Uitting

Jan Vogler
© Felix Broede
Jan Vogler

Jan Voglers bemerkenswerte Karriere hat ihn mit namhaften Dirigenten und international renommierten Orchestern wie dem New York Philharmonic, Gewandhausorchester Leipzig, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und London Philharmonic Orchestra zusammengebracht. Sein großes Können ließ ihn die Klanggrenzen des Cellos ausloten und einen intensiven Dialog mit zeitgenössischen Komponisten und Künstlern aufbauen. Dazu gehören regelmäßige Uraufführungen, u.a. von Tigran Mansurian (mit dem WDR-Sinfonieorchester unter Semyon Bychkov), John Harbison (mit Mira Wang und dem Boston Symphony Orchestra), Udo Zimmermann (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Wolfgang Rihm (Doppelkonzert mit Mira Wang) und das ihm selbst gewidmete Cellokonzert „Dunkle Saiten“ von Jörg Widmann. Die New York Times bewunderte das „lyrische Gespür“ seines Cellospiels, das Gramophone Magazin lobt seine „schwindelerregende Virtuosität“, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert ihm die Gabe, „sein Cello wie eine Singstimme sprechen lassen zu können“.

In der Saison 2018/19 wird er u.a. mit dem Orchester des Mariinsky Theaters St. Petersburg und Valery Gergiev das 2. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch in Berlin aufführen sowie mit dem WDR Sinfonieorchester und Christian Macelaru und dem Münchner Kammerorchester auftreten. Er wird beim Bogota Festival mit dem Cellokonzert von Robert Schumann und dem Brahms Doppelkonzert (mit Ray Chen, Violine) konzertieren und mit einem Rezital zur Wigmore Hall in London zurückkehren. Im Zentrum seiner Arbeit mit Komponisten unserer Zeit steht 2019 ein Projekt mit Nico Muhly, Sven Helbig und Zhou Long. Jeder der drei Komponisten wird einen Satz zu einem Cellokonzert schreiben, ein Werk, das die Kulturen von drei Kontinenten vereint.

Neben der klassischen Konzerttätigkeit als Solist widmet sich Jan Vogler auch in der Saison 2018/19 mit dem Schauspieler Bill Murray intensiv ihrem gemeinsamen musikalisch-literarischen Projekt „Bill Murray, Jan Vogler & Friends – New Worlds“. Das innovative Programm erregt weltweite Aufmerksamkeit und bringt Werke von Twain, Hemingway, Whitman, Cooper, Bernstein, Bach, Piazzolla, Mancini, Gershwin und Foster für eine unerwartete und zauberhafte Erkundung der Berührungspunkte von Literatur und Musik zusammen. Die CD erschien Ende September 2017 bei Decca Gold. „Bill Murray, Jan Vogler & Friends“ stellten ihr Programm erstmalig anlässlich der Dresdner Musikfestspiele im Juni 2017 in Dresden vor und führen es auf ausgedehnte weltweite Tourneen, in der Saison 2018/19 u.a. nach Australien.

Zu den bisherigen Höhepunkten von Jan Voglers Tätigkeit als Solist zählen die Auftritte mit dem New York Philharmonic, sowohl in New York als auch im Rahmen der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche im November 2005 unter Lorin Maazel. Er konzertierte mit Orchestern wie den Chicago, Boston, Pittsburgh und Montreal Symphony Orchestras, dem Mariinsky Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Orchestra dell‘ Accademia di Santa Cecilia, den Wiener Symphonikern, den Münchner Philharmonikern und The Knights. Dabei arbeitete u.a. mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Fabio Luisi, Sir Antonio Pappano, Valery Gergiev, Thomas Hengelbrock, Manfred Honeck und Kent Nagano zusammen.

Seit 2003 arbeitet Jan Vogler erfolgreich mit dem Label Sony Classical zusammen und im Laufe dieser Kooperation sind bisher rund 20 CDs entstanden. Zuletzt erschien seine Einspielung von Doppelkonzerten für Geige und Violoncello von Brahms, Harbison und Rihm mit der Violinistin Mira Wang und dem Royal Scottish National Orchestra unter der Leitung von Peter Oundjian (Mai 2018) und von Schumanns Cellokonzert mit dem Dresdner Festspielorchester unter Ivor Bolton (Oktober 2016). Die Produktionen davor umfassen die im März 2016 veröffentlichte CD mit Tschaikowskis Rokoko-Variationen, gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester unter Andrés Orozco-Estrada und dem Moritzburg Festival Ensemble, „Concerti di Venezia“ mit venezianischen Cellokonzerten des 18. Jahrhunderts von Vivaldi, Caldara, Porpora u.a., gemeinsam mit dem La Folia Barockorchester, die Schumann-Kammermusik-CD „Dichterliebe“ mit u.a. Hélène Grimaud, sowie seine Einspielung der sechs Suiten für Cello solo von J. S. Bach. Zudem erwähnenswert sind seine CDs „My Tunes“ 1 und 2, für die Jan Vogler kurze Charakterstücke eingespielt hat, sowie die preisgekrönte Aufnahme des Cellokonzerts von Dvořák mit dem New York Philharmonic unter David Robertson.

Seit 2008 leitet Jan Vogler die renommierten Dresdner Musikfestspiele und ist zudem seit 2001 Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals, das 2017 sein 25-jähriges Jubiläum feierte und eine der ersten Adressen für Kammermusik weltweit ist. 2006 erhielt Jan Vogler den Europäischen Kulturpreis, 2011 den Erich-Kästner-Preis für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung, sowie 2018 den Europäischen Kulturpreis TAURUS als Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Jan Vogler spielt das Stradivari-Cello „Castelbarco/Fau“ von 1707.

Omer Meir Wellber
© Peter Meisel
Omer Meir Wellber

Omer Meir Wellber gehört zu den führenden Dirigenten für Opern- und Orchesterrepertoire. Ab Beginn der Saison 2018/19 ist er Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden, ab Januar 2020 Music Director des Teatro Massimo in Palermo. Er stand am Pult zahlreicher erstklassiger Ensembles weltweit, so etwa beim London Philharmonic Orchestra, dem Gewandhausorchester zu Leipzig, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem Orchestre National de Lyon, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, beim BBC Philharmonic, dem Orchester RAI Torino und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Er ist regelmäßiger Gastdirigent der Bayerischen Staatsoper München, von La Fenice Venedig und der Israeli Opera. Ein Gegenpol zu seinen internationalen Auftritten bildet sein Engagement in seiner Heimat Israel für klassische Musik im Allgemeinen und seine integrativen Projekte im Besonderen.

1981 in Be’er Sheva geboren, begann Omer Meir Wellber seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren mit Akkordeon und Klavier. Er erhielt ab seinem zehnten Lebensjahr Kompositionsunterricht bei Tania Taler. Anschließend wurde Michael Wolpe bis 2004 sein Lehrer. 1999 machte er am Be’er Sheva Konservatorium seinen Abschluss. Anschließend studierte Omer Meir Wellber Dirigieren und Komposition mit einem Stipendium der American-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008 an der Jerusalem Music Academy bei Eugene Zirlin und Mendi Rodan. Seine Werke werden sowohl in Israel als auch international von Orchestern und Ensembles aufgeführt.

In der Saison 2018/19 debütierte Omer Meir Wellber an der Metropolitan Opera in New York mit Bizets Carmen. Wenige Wochen zuvor gab er mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra sein Debüt beim Lucerne Festival. Erstmalig steht Omer Meir Wellber in der Hamburger Elbphilharmonie beim NDR Elbphilharmonie-Orchester am Pult und dirigiert Konzerte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, u.a. beim Bachfest Leipzig 2019. Als Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden übernimmt er dort im Mai 2019 das Dirigat der Neuinszenierung von Verdis Nabucco. Außerdem dirigiert er die Wiederaufnahme-Vorstellungen von Don Giovanni, Tannhäuser und Der Rosenkavalier sowie ein Symphoniekonzert mit der Staatskapelle Dresden.

In der Saison 2017/18 hat Omer Meir Wellber u.a. beim BBC Philharmonic, dem SWR Symphonieorchester und dem Mahler Chamber Orchestra debütiert. Wiedereinladungen führten ihn nach hoch gelobten Debüts zum Orchestre National de Lyon, zur Tonhalle-Orchester Zürich oder auch dem Gewandhausorchester zu Leipzig.  An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er die Premiere von Verdis Les Vêpres siciliennes. Im Sommer 2018 leitete er beim Glyndebourne Festival, wo er 2014 mit dem London Philharmonic Orchestra in der Produktion von Eugen Onegin debütierte, die Festival-Premiere von Puccinis Madama Butterfly. Im November 2016 dirigierte er die Sächsische Staatskapelle Dresden bei der Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Oratorium Über Liebe und Hass. Im März 2017 leitete er die Premiere von Umberto Giordanos Andrea Chenier an der Bayerischen Staatsoper, wo er schon 2015 die Neuproduktion von Mefistofele dirigiert hatte. Seine Engagements an der Semperoper im Jahr 2017 umfassten u.a. die Dirigate des Mozart-Da Ponte-Zyklus‘ Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni. Dieser Mozart-/Da Ponte-Zyklus entstand zwischen 2014 und 2016 als drei Neuproduktionen (Regie: Andreas Kriegenburg und Johannes Erath), jeweils unter der Leitung von Omer Meir Wellber. Im Januar desselben Jahres dirigierte er am Teatro La Fenice Wagners Tannhäuser. 2016 stand er dort zudem für ein Konzert mit der Geigerin Midori am Pult des Orchestra del Teatro della Fenice, das Teil einer Europa-Tournee mit dem Orchester war.

Von 2010 bis 2014 war Omer Meir Wellber Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Zwischen 2008 und 2010 assistierte Omer Meir Wellber Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie an der Mailänder Scala. Er dirigierte mit großem Erfolg bei Publikum und Presse Verdis Aida beim Gastspiel der Scala an der Israeli Opera. 2010 dirigierte er Strauss’ Salome als Einspringer für Seiji Ozawa beim Saito Kinen Festival in Matsumoto.

Trotz seiner weltweiten Engagements pflegt Omer Meir Wellber eine enge Verbindung zu Ensembles in seiner Heimat Israel. Seit mehr als zehn Jahren ist er regelmäßiger Gastdirigent an der Israeli Opera in Tel Aviv. 2007 debütierte er beim Israel Philharmonic Orchestra und leitete 2016 dessen Residency bei den Dresdner Musikfestspielen. Omer Meir Wellber sieht Musik in Israel immer wieder als ein Mittel für sozialen Wandel. Seit 2009 ist er Musikdirektor der 1991 für die Integration von jüdischen Emigranten in Israel gegründeten Raanana Symphonette. Er ist zudem Botschafter der Non-Profit-Organisation „Save a Child’s Heart“, einer in Israel ansässigen Organisation, die sich um die Behandlung herzkranker Kinder aus Entwicklungsländern sowie um die Ausbildung von Ärzten vor Ort kümmert. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit verschiedenen Institutionen in Outreach-Programmen zusammen und fördert die nächste Dirigenten-Generation durch Workshops, Kurse und Besuche an Hochschulen.

Omer Meir Wellber veröffentlichte im Frühjahr 2017 sein Buch „Die Angst, das Risiko und die Liebe – Momente mit Mozart“. Gemeinsam mit der Publizistin Inge Kloepfer verfasst, präsentiert er in diesem seinen persönlichen Zugang zu den universellen Emotionen, die in den drei Mozart-/Da Ponte-Opern verhandelt werden. Die Buch-Veröffentlichung reiht sich ein in eine multimediale Publikationsliste: eine DVD-Aufnahme von Mefistofele, 2016 bei den Münchner Opernfestspielen mit dem Bayerischen Staatsorchester aufgenommen (Unitel 2016), eine DVD seiner erfolgreichen Jubiläums-Aida in der Arena di Verona (BelAir classiques 2014) und eine DVD von Eugen Onegin (C Major 2013), die während seiner Zeit am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia entstanden ist.

BBC Philharmonic
© Matt Squire
BBC Philharmonic

Das weltweit angesehene BBC Philharmonic ist bekannt für musikalische Innovation und Vielfalt. Es hat sich einer mutigen Programmgestaltung verschrieben, in der neue und vernachlässigte Werke mit dem etablierten klassischen Kanon kombiniert werden, und setzt sich dafür ein, allen Menschen die Orchestererfahrung zugänglich zu machen.

Als eines von sechs BBC-Orchestern und -Chören gibt es mehr als 100 Konzerte im Jahr, die auf BBC Radio 3 ausgestrahlt werden. Im eigens dafür erbauten Studio in MediaCityUK in Salford Quays/Manchester, dem Sitz von BBC North, genießen über 5.000 Menschen jedes Jahr die kostenlosen Studiokonzerte. Neben einigen der besten klassischen Künstler und Dirigenten sind auch Musiker wie John Grant und Boy George dort aufgetreten. Das Orchester setzt sich mit großer Leidenschaft dafür ein, der klassischen Musik neue Zielgruppen zu erschließen, und hat mit Clean Bandit, The 1975, Jarvis Cocker, Will Young, The Courteeners, Rag'n'Bone Man, Elbow und The xx zusammengearbeitet. Das BBC Philharmonic nutzt sein Studio auch für Einspielungen und hat über 250 Aufnahmen bei Chandos veröffentlicht, die sich fast eine Million Mal verkauft haben.

Das BBC Philharmonic ist tief in Manchester verwurzelt, seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1921 zurück. Ab 1934 war das Ensemble als BBC Northern Orchestra bekannt und wurde 1982, kurz nach dem Umzug in die Oxford Road, zum BBC Philharmonic. Im Jahre 2011 erfolgte dann der Wechsel in die MediaCityUK in Salford, den das Orchester mit dem 17-tägigen Festival Philharmonic Presents feierte, dessen Konzerte von allen sieben nationalen BBC-Radiosendern übertragen wurden.

Kreative Partnerschaften bei BBC North brachten ganz unterschiedliche Projekte hervor: die Titelmelodie der Teletubbies für CBeebies, ein Arrangement von „Three Lions“ für Alan Shearer's BBC 1-Doku „Euro 96: When Football Came Home“, ein Auftritt bei der Preisverleihung der „Sports Personality of the Year“ Awards und die Einspielung der Titelmusik zur Berichterstattung über die BBC Proms 2017. Das Orchester hat die Musik für Radiodramen wie die BBC Radio 4 Adaption von The Kraken Wakes eingespielt und anlässlich des 100. Geburtstags von Anthony Burgess 2017 sowohl an der Radio-Uraufführung seiner Dramatisierung von A Clockwork Orange mitgewirkt als auch bei einer Radioinszenierung von Burgess’ Oedipus the King die dazugehörige Musik von Stanley Silverman aufgeführt. Im November 2017 trat das BBC Philharmonic bei der Uraufführung von The Arsonists auf, der ersten ganz in einem nordenglischen Dialekt gesungenen Oper.

Das Orchester spielt regelmäßig im Rahmen der BBC Proms in der Royal Albert Hall. Das international angesehene Orchester unternimmt Tourneen durch Europa und Asien, ist in Amerika und China aufgetreten und befand sich 2011 während des Erdbebens und des Tsunamis gerade auf einer Japantournee.

Juanjo Mena war von 2011 bis 2018 Chefdirigent des BBC Philharmonic und wird künftig als Gastdirigent zurückkehren. John Storgårds als „Chief Guest Conductor“ sorgt weiter für ein breites Repertoire mit Schwerpunkt auf skandinavischer Musik. Mark Simpson, ein ehemaliger BBC Young Musician of the Year, ist seit 2015 Composer-in-Association des Orchesters. Er übernahm den Posten mit nur 26 Jahren und war damit einer der jüngsten Komponisten, die jemals eine offizielle Funktion bei einem großen britischen Orchester innehatten.

Das Bildungsteam des BBC Philharmonic bietet jungen Menschen, Familien, Amateurmusikern und Kommunen aufregende und innovative musikalische Möglichkeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Salford City Council, dem Royal Northern College of Music (RNCM), der University of Salford und dem Greater Manchester Music Hub bieten die Learning and Outreach-Projekte des Orchesters Menschen jeglichen Alters, jeglicher Herkunft und Begabung die Chance, musikalische Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln. Im Mai 2018 empfing das BBC Philharmonic zwei Tage lang über 1.500 Grundschulkinder, die kostenlos Konzerte aus dem Repertoire der Ten Pieces-Initiative der BBC erleben konnten. Das Orchester pflegt eine enge Zusammenarbeit mit BBC Learning.

Das Orchester ist offen für neue Technologien und startete im Mai 2018 in Zusammenarbeit mit BBC Research and Development das „Philharmonic Lab“, um neue Möglichkeiten zum Erleben von Orchestermusik zu erforschen und entwickeln. Das BBC Philharmonic wird das Publikum demnächst einladen, die Handys eingeschaltet zu lassen, da die Programmnotizen live mit der Vorstellung synchronisiert werden, ein kühner Schritt, um das Orchester ganz neu zu erleben. Das BBC Philharmonic ist sehr an Zukunft und Evolution der Audiotechnik interessiert, sendet heute in binauralem Ton und setzt die Zusammenarbeit mit den bahnbrechenden Digitalteams von BBC North fort, um neue Technologien und Möglichkeiten zu erforschen.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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