© Felix Broede/Sony Classical
Igor Levit

Abo I, FV

Igor Levit

(Klavierabend)

Verlegt auf den 18.03.2022, die Karten behalten ihre Gültigkeit

Dienstag, 30. November 2021, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

ZAC-Rabatt bei den Vorverkaufsstellen der Nürnberger Nachrichten erhältlich.

Der russischstämmige Pianist dürfte einer der bekanntesten und gefragtesten Künstler unserer Zeit sein. Bekannt ist Levit international, quer durch alle Musikkreise – auch deshalb, weil er intensiv den Kontakt mit den sozialen Medien sucht, eifriger Blogger und Twitter-Poster ist.

Igor Levit
Klavierabend

Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 2 A-Dur op. 2 Nr. 2

Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3

Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13, „Pathétique“

Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53, „Waldstein“

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Igor Levit
© Peter Meisel

Der unaufhaltsame Gipfelstürmer Igor Levit und seine große Tour zu Beethoven

Weit zurückliegende Erinnerungen werden an Igor Levit wach als noch schüchtern wirkenden, erst 24-jährigen Pianisten, Studiosus bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover, in der Reihe „Junge Meister“ bei der Bachwoche Ansbach 2011. Dort wurde er in seiner Gegenüberstellung Bach-Brahms-Liszt heftig umjubelt. Es war eine musikalische Sternstunde damals in der Orangerie im Hofgarten. Der heute 34-jährige Igor Levit ging seinen Weg seither stetig weiter, entwickelte sich ganz nach oben zum selbstbewussten pianistischen Gipfelstürmer.

Während des ersten Corona-Lockdowns präsentierte Levit im Beethovenjubiläumsjahr 2020 die Beethoven-Klaviersonaten in seinen Hauskonzerten, als Podcast und sogar in Schloss Bellevue auf Einladung von Bundespräsident Steinmeier und machte damit allerorten Furore. Igor Levit bekennt in aller Deutlichkeit: „Beethoven ist der Komponist, mit dem ich sieben Tage die Woche, 24 Stunden verbringe, bewusst oder unbewusst. Er ist seit mehr als 20 Jahren Teil meines Lebens. Die wichtigsten großen Schritte meines Lebens sind ganz klar mit Beethoven verbunden.“ Diese Leidenschaft, diese Ernsthaftigkeit wirkt noch glaubhafter, wenn man dem asketisch wirkenden Wahlberliner bei seinem intensiven Spiel und seinen Erläuterungen zu den Sonaten zuhört und zusieht.

Viele Menschen hören Levit zu, auch viele kluge, kritische Menschen. 2018 bekam Levit den Gilmore Artist Award. Dieser Musikpreis der US-amerikanischen Irving S. Gilmore Foundation wird seit 1991 alle vier Jahre an eine Pianistin oder einen Pianisten auf dem Gilmore International Keyboard Festival in Kalamazoo, Michigan, vergeben. Im Unterschied zu anderen Musikpreisen werden die nicht unterrichteten Finalistinnen und Finalisten, ausgewählt aus circa 450 Nominierten, über einen mehrjährigen Zeitraum von sechs Fachleuten der Musikwelt unerkannt beobachtet. In die Bewertung fließen Liveauftritte, Aufnahmen und die Persönlichkeit des Künstlers ein. Der Preis ist mit 300.000 US-Dollar dotiert.

Im Frühjahr 2019 erfolgte der Ruf als Professor für Klavier an seine Alma Mater, die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. In seiner Wahlheimat Berlin spielt Igor Levit auf einem Stainway-D-Konzertflügel – eine Schenkung der Stiftung Independent Opera at Sadler’s Wells – und twittert von dort aus seinen morgendlichen musikalischen Impuls. Das kann auch mal Jazz oder südamerikanisch Inspiriertes von Jobim sein. Den kulturellen Lockdowns kann Igor Levit durchaus etwas Positives abgewinnen: Plötzlich
ist die Musik kein für ein elitäres Publikum verpacktes Produkt mehr, auch keine „Geldpresse“ für die Veranstalter, sondern „ein Mittel, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen
zu erleben. Und dann geht es nicht ums Repertoire. Ob ich nun Beethoven, Mozart, Stockhausen oder Paulchen Panther spiele: Es geht nur ums Miteinander. Willkommen in der Realität!“ Diese Aussage drückt auch Levits Selbstverständnis aus: Als „Städter, Europäer und Weltbürger“ bezeichnet sich Levit, der aus einer jüdischen Familie stammt und deshalb immer wieder angefeindet wird. Das lässt sich Levit nicht bieten. Er gilt inzwischen als prominente politische Stimme und äußert sich entschieden zu Themen wie Antisemitismus, Rassismus und Zivilcourage: „Wer andere Menschen zu Menschen zweiter Klasse erklärt, hat mich zum Gegner – auf allen digitalen, analogen, verbalen, demokratisch legitimierten Kanälen. Und deswegen werde ich nicht aufhören, aktiv und gleichzeitig Pianist zu sein.“ Da ist es gut nachvollziehbar, dass Beethoven ganz oben auf Levits künstlerischer Werteskala steht: „Beethoven hat Musik für uns und über uns geschrieben, mehr noch als dies für Musik generell gilt. Beethovens Musik ist zeitlose Musik, nicht nur dahingehend, dass sie immer lebendig und aktuell ist. Es ist Musik, die in ihrer Unmittelbarkeit jeden Menschen berührt. Beethovens Klaviersonaten sind im Grunde Zukunftsmusik. Sie bedeuten mir deshalb so viel, weil sie auch mein Leben seit über 20 Jahren sind“, bekräftigt Igor Levit.

Erleben Sie diesen strikt konzentrierten und dennoch publikumsnahen, virtuos-kraftvollen Intellektuellen mit ganz großen Beethoven-Sonaten wie der „Pathétique“ und der berühmten „Waldstein-Sonate“ an einem exklusiven Soloabend!

Text: Leonore Levitica

Igor Levit
© Robbie Lawrence
Igor Levit

Igor Levit ist „Artist of the Year 2020” der Gramophone Classical Music Awards, Musical America’s “Recording Artist of the Year 2020” und Preisträger des „2018 Gilmore Artist Award“. Im November 2020 erfolgte die Nominierung für einen Grammy in der Kategorie „Best Classical Instrumental Solo“. Die New York Times beschreibt Igor Levit als einen der „bedeutendsten Künstler seiner Generation“. Er ist Künstlerischer Leiter der Kammermusikakademie und des Standpunkte Festival des Heidelberger Frühlings. Im Frühjahr 2019 erfolgte der Ruf als Professor für Klavier an seine Alma Mater, die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Seine im September 2019 von Sony Classical veröffentlichte erste Gesamteinspielung der Beethoven-Klaviersonaten wurde hervorragend rezensiert. Zyklen der gesamten Klaviersonaten Beethovens präsentierte Igor Levit unter anderen bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival sowie dem Musikfest Berlin, in der Elbphilharmonie und in Londons Wigmore Hall. Rezitale führen ihn regelmäßig zur Carnegie Hall, zum Concertgebouw Amsterdam und dem Wiener Musikverein. Er gastiert mit den weltweit führenden Orchestern, unter anderen mit den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem New York Philharmonic, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und mit den Wiener Philharmonikern.

1987 in Nischni Nowgorod geboren, siedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland um. Sein Klavierstudium in Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Für sein politisches Engagement wurde Igor Levit 2019 der 5. Internationale Beethovenpreis verliehen. Im Januar 2020 folgte die Auszeichnung mit der „Statue B“ des Internationalen Auschwitz Komitees anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz. In seiner Wahlheimat Berlin spielt Igor Levit auf einem Steinway D Konzertflügel – ein Geschenk der Stiftung “Independent Opera at Sadler's Wells“.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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