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Loriot – Der Ring des Nibelungen

(Nationaltheater Mannheim/Samuel Koch/Alexander Soddy)

Dienstag, 20. April 2021, 19 Uhr
Keine Einführung
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

ZAC-Rabatt

Von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ hat jeder schon gehört. Aber hat jeder „den Ring“ schon gehört?
Kommt jeder klar mit vier Abenden, insgesamt 17 Stunden, -zig Personen, Zeitsprüngen, Handlungsebenen, null Durchblick …?
Loriot hat daraus eine geniale „Essenz“ erstellt, mit Text und Musik, für Kenner und Interessierte gleichermaßen „essentiell“, um endlich zu begreifen, wer, was, mit wem und warum???

Orchester des Nationaltheaters Mannheim
Samuel Koch, Sprecher
Alexander Soddy, Leitung

Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen
(Textfassung von Loriot)

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© Nationaltheater Mannheim

17 Stunden „Ring“ in 3,5 Stunden

Schon Anfang der 1980er Jahre bedauerte Loriot bei einem Gespräch über Wagners „Ring des Nibelungen“, dass bei aller Begeisterung für die großartige Musik das Publikum die komplizierte Handlung leider wohl kaum verfolgen und wirklich verstehen könne. Eigentlich müsste es doch möglich sein, die ganze Geschichte, die im Original in vier Opern insgesamt gute 17 Stunden dauert, an einem einzigen Abend, mit Sängern und Orchester, zu erzählen.

Diese Idee „ruhte“ erst einmal lange Jahre, bevor sie 1992 Realität wurde. Loriot arbeitete über sechs Monate an seiner Schilderung des „Rings“, beschrieb die Handlung, wie nur er sie beschreiben kann, und es entstand ein Text, der ebenso genau wie liebevoll die verwickelten und verbundenen Elemente des Werks vorstellt, durchaus auch mit einem Blick auf komische Aspekte.

In der Spielzeit 1992/1993 erfuhr dieses außergewöhnliche Projekt seine Uraufführung mit den Sängern und dem Orchester des Mannheimer Nationaltheaters. Der Erfolg war überwältigend! Eben dieses Ensemble, die Sänger und Musiker der Nationaltheaters Mannheim, werden auch in Erlangen diese – nennen wir sie einmal „komprimierte“ – Fassung aufführen.

Loriots kluge, trotz ihrer Komik die Ernsthaftigkeit der „Ring“-Tetralogie niemals beschädigende Texte werden von Samuel Koch gesprochen.

Samuel Koch (Jahrgang 1987) hatte sich vor zehn Jahren im Rahmen der TV-Sendung „Wetten, dass?“ schwer verletzt, konnte aber dank seiner starken Persönlichkeit das begonnene Schauspielstudium abschließen und ist seit der Spielzeit 2018/2019 festes Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim. Darüber hinaus ist er im Bereich Film als Regisseur und Schauspieler aktiv und wurde bereits 2012 für sein autobiographisches Buch „Zwei Leben“ mit einem Medienpreis ausgezeichnet. Sein mittlerweile drittes Buch „Stehaufmensch!“ erschien 2019. Auch für sein soziales Engagement kann man ihn nur hochachten: Er unterstützt u. a. die „Deutsche Stiftung Querschnittlähmung“ und „wings for live“, die internationale Stiftung für Rückenmarkforschung.

Das traditionsreiche Orchester des Mannheimer Nationaltheaters wird von seinem Generalmusikdirektor, dem Briten Alexander Soddy, geleitet. Alexander Soddy ist willkommener Gast auf allen großen Opernbühnen von der Dresdner Semperoper über die Bayerische, Wiener und Berliner Staatsoper bis zur New Yorker Met. In der Neuproduktion des „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth 2013 bis 2015 übernahm er die musikalische Studienleitung an der Seite von Kirill Petrenko – und nicht nur deswegen ist er zweifellos der perfekte Dirigent für den „Ring an einem Abend“.

Nutzen Sie diese besondere Gelegenheit, die süchtig machende Musik Richard Wagners zu genießen, endlich die Beziehungen des unüberschaubaren „Personals“ zu durchblicken und den „Ring“ als zeitloses Gesellschaftsbildnis zu erkennen.

Text: Sidonie von Elsen

Samuel Koch
© Michael Englert
Samuel Koch

Schauspieler, Autor, Jahrgang 1987

Bereits mit 6 Jahren begann er als Kunstturner und turnte 17 Jahre lang bei unzähligen Wett­kämpfen. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Seit einem Unfall 2010 ist er Tetraplegiker, beendete dennoch sein Studium mit Diplomabschluss im Juli 2014. Samuel Koch hatte eine Serienrolle bei „Sturm der Liebe“ und Nebenrolle im Kinofilm „Honig im Kopf“. Seit September 2014 war er Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt und spielte u.a. Hauptrollen in „Faust“ und „Prinz von Homburg“, wofür er von der Zeitschrift Theater heute als Bester deutscher Nachwuchsschauspieler nominiert wurde. Es folgten erste Rollen in Kinofilmen und Fernsehproduktionen. Im Grimme-Preis nominierten „Draussen in meinem Kopf“ gibt Koch 2017 sein Debüt in einer Kinohauptrolle. Seit Oktober 2018 ist er am Nationaltheater Mannheim Ensemblemitglied.

Zudem ist Samuel Koch Autor. „Zwei Leben“ avancierte zum Spiegel-Bestseller und erhielt 2012 den Medienpreis „Goldener Kompass“. Im Herbst 2015 erschien sein zweites Buch „Rolle vorwärts“ mit dem bezeichneten Untertitel „Das Leben geht weiter als man denkt“. Sein neuestes Werk: „Stehaufmensch!“ inspieriert seit Januar 2019, die eigene „Stehaufkraft“ zu entdecken.

Er unterstützt u.a. die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung und „wings for live“, die internationale Stiftung für Rückenmarkfor-schung. Regelmäßig hält er Lesungen und Vorträge für Unternehmen oder kirchliche Veranstalter als auch an Symposien, Kongressen und für caritative Einrichtungen.

Zusammen mit Freunden ist der Verein Samuel Koch und Freunde e.V. seit Sommer 2019 aktiv.

Alexander Soddy
© Gerard Collett
Alexander Soddy

Der britische Dirigent Alexander Soddy ist seit der Spielzeit 2016/17 Generalmusikdirektor des Nationaltheaters Mannheim.

Des Weiteren gastiert er regelmäßig an der Bayerischen und der Berliner Staatsoper, wo er diese Saison mit Die Zauberflöte und La Bohème zurückkehrt.

Es folgten im Weiteren Engagements an der Bayerischen Staatsoper München (Die Zauberflöte, La bohème), der Staatsoper Berlin (Die Zauberflöte, Der Freischütz) und der Royal Swedish Opera Stockholm (La bohème, Madama Butterfly), Norwegian National Opera Orchestra.

Er ist in seiner Funktion in Mannheim zugleich künstlerischer Leiter der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters. Konzerteinladungen führten ihn unter anderem zur Staatsphilharmonie Nürnberg, zum Niedersächsisches Staatsorchester Hannover, Royal Swedish Orchestra, Norwegian National Opera Orchestra  und Oregon Symphony Orchestra. Diesen Frühling dirigiert er das Orquesta de Valencia und Szeczin Philharmonic Orchestra.

Von 2013 bis 2016 war er Chefdirigent am Stadttheater Klagenfurt und leitete dort u. a. die Neuproduktionen von Der Rosenkavalier und Macbeth. Von 2010 bis 2012 war er als Kapellmeister an der Hamburgischen Staatsoper engagiert.

Alexander Soddy wurde in Oxford geboren und erhielt seine Ausbildung an der Royal Academy of Music und an der Cambridge University. Nach seinem Abschluss 2004 wurde er Repetitor und Kapellmeister am National Opera Studio in London und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Nationaltheater Orchester Mannheim
© Nationaltheater Orchester Mannheim
Nationaltheater-Orchester Mannheim

Das Nationaltheater-Orchester Mannheim ist der größte, traditionsreichste und künstlerisch führende Klangkörper der Metropolregion Rhein-Neckar mit seinen drei Oberzentren Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen.

Das Nationaltheater-Orchester Mannheim blickt auf eine illustre Orchestergeschichte zurück. Deren Ausgangs- und zugleich ersten Höhepunkt bildet im 18. Jahrhundert die Hofkapelle des Kurfürsten Carl Theodor. Der Mannheimer Hof bildete seinerzeit einen der wichtigsten Anziehungspunkte für Künstler aus vielen Ländern, das Mannheimer Orchester galt als einer der führenden Klangkörper Europas. Berühmtester Bewunderer der Mannheimer Klangkultur war W.A. Mozart, der sich mehrfach in Mannheim aufhielt. Neben künstlerischen Anregungen fand Mozart hier auch sein privates Glück: Seine spätere Ehefrau Constanze Weber lernte er während seiner Mannheimer Aufenthalte kennen.

Zahlreich sind die enthusiastischen Berichte der Aufführungspraxis jener Zeit, für die der Begriff der „Mannheimer Schule“ geprägt wurde. Damit ist nicht nur die weithin gerühmte Orchesterdisziplin und –kultur gemeint, sondern – als eigener musikgeschichtlicher Stil- und Epochenbegriff – auch das Wirken von Komponisten wie Johann und Anton Stamitz, Christian Cannabich, Ignaz Holzbauer und Abbé Vogler.

Dieses große Erbe, zu dem sich ab dem späten 19. Jahrhundert, begründet durch die Kapellmeister-Brüder Franz und Vinzenz Lachner, noch die besondere Bedeutung Mannheims für die Verbreitung und Pflege des Werkes von Richard Wagner gesellt, ist für das NTO bis heute Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Letzteres schlägt sich u.a. darin nieder, dass Mitglieder des NTO regelmäßig im Bayreuther Festspielorchester mitwirken.

Schwerpunkt der Orchesteraktivitäten bilden die rund 200 Musiktheater-Aufführungen pro Saison an einem der größten Repertoirehäuser Deutschlands. Hinzu kommen die vom Orchester unter dem Titel „Musikalische Akademie“ in Eigenregie vetranstalteten Sinfoniekonzerte im Rosengarten Mannheim, ein breitgefächertes Angebot an Kinder- und Familienkonzerten sowie Kammermusikveranstaltungen.

An der Spitze des Nationaltheater-Orchesters standen so renommierte Generalmusikdirektoren wie Felix Weingartner, Wilhelm Furtwängler, Horst Stein, Hans Wallat, Adam Fischer und Dan Ettinger. Mit der Spielzeit 2016/2017 hat Alexander Soddy als GMD die künstlerische Leitung des Orchesters übernommen.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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