, ,

Metamorphosen Berlin

(Camille Thomas / Wolfgang Emanuel Schmidt)

Wo

Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Camille Thomas, Violoncello
Wolfgang Emanuel Schmidt, Leitung

Programm

Leoš Janáček
Suite für Streicher

Robert Schumann
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129

Antonín Dvořák
Serenade für Streicher E-Dur op. 22

David Popper
Ungarische Rhapsodie op. 68

Camille Thomas

Wandlungsfähig und inspirierend, so wird die Kammerphilharmonie Metamorphosen treffend charakterisiert, von der Presse einhellig gelobt. Erleben Sie dieses außergewöhnliche Kammerorchester in vier musikalischen Wandlungen, die durch die französisch-belgische Cellistin Camille Thomas noch interessanter werden, als das ohnehin schon der Fall wäre.

Mit vier Jahren hörte die heute 34-jährige Camille Thomas ein Cellostück und war so begeistert von dessen Klang, dass sie beschloss, dieses Instrument zu lernen. Die Investition der Eltern in gute Lehrer hat sich gelohnt: Camille Thomas ist inzwischen eine international gefragte Cellistin und spielt in den großen Konzertsälen dieser Welt mit renommierten Orchestern. Elfenhaft wirkt die gertenschlanke Franko-Belgierin, die in Paris mit dem Cello begann, zum Studium über zehn Jahre lang in Berlin und Weimar studiert hat. Daher spricht sie auch gut deutsch.

2014 wurde die Cellistin Camille Thomas von „Les Victoires de la Musique“, dem französischen Pendant zu den Grammys, zur Newcomerin des Jahres gewählt. Kurz danach hat sie als belgische Vertreterin beim „European Broadcasting Union-Competiton“ den ersten Preis gewonnen und wurde als „New Talent of the Year 2014“ ausgezeichnet. Zuvor hat sie bereits zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen. Ihre mediale Präsenz ist beachtlich: 2016 war Camille Thomas in der Arte-Sendung „Stars von morgen“ mit Rolando Villazón zu sehen. Auf Medici TV war ein Konzert mit ihr bei den „Flâneries Musicales de Reims“ zu sehen. Zahlreiche Porträts sind in „Titel Thesen Temperamente“ (ARD), im „Morgenmagazin“ (ZDF), in „Capriccio“ (BR), „Metropolis“ (Arte), „Kulturzeit“ (3sat) und bei der „Deutschen Welle“ zu finden.

Die attraktive Französin wählt ihr Repertoire nicht in den großen Cellokonzerten, sondern sucht sich mit ihrem fantastischen Feuermann-Stradivari-Cello eine Nische: „Das Cello singt und erzählt eine Geschichte“, sagt sie mit einem sinnierenden Lächeln. So sind auf ihren CD-Einspielungen folgerichtig musikalische Geschichten zu finden, wie etwa in ihrer 2020 erschienenen „Voice of Hope“: Hier übernimmt Camilles singendes Cello in Transkriptionen den Gesangspart berühmter Operndiven und Opernhelden sowie Filmmusik. Dazu passt auch das spannende Cellokonzert „Never give up“, das ihr der türkische Pianist Fazil Say eigens komponierte (2018 in Paris uraufgeführt).

In Erlangen wird die junge Musikerin die Emotionalität und Widersprüche, die Charakterwechsel von Schumanns beliebtem Cellokonzert auffächern. Zusätzlich gibt es noch ein exotisch-gefälliges Cellowerk: Die „Ungarische Rhapsodie“ des böhmischen Komponisten und Cellisten David Popper war schon zu dessen Lebzeiten (1843-1913) ein beliebtes konzertantes Salonstück mit ungarisch-schwermütigem Melos und vituosem Temperament im Zwischenteil. Camille Thomas kann sich mit ihrem tiefgründigen, betörenden Ton bestens in die böhmisch-ungarische Seele hineinversetzen.

Das Hörvergnügen wird durch einen altersgemäßen und künstlerisch adäquaten orchestralen Partner verstärkt: Das Kammerorchester Metamorphosen Berlin besteht seit 2010 und setzt sich aus hochqualifizierten jungen Musikerinnen und Musikern aus Berlin sowie ausgezeichneten Kammermusikern zusammen. Unter der Leitung des Cellisten Wolfgang Emanuel Schmidt und der Geigerin Indira Koch wird dieses Orchester in Fachkreisen für seinen inspirierten und fein nunancierten Klang, für stilistische Transparenz, kurz, für das hochqualifizierte Niveau, das es für dieses Programm – neben Schumann und Popper – noch braucht, hochgelobt für satten und verinnerlichten Streicherklang in Janáček Streichersuite und für Dvořáks berückende slawische Melodienseligkeit in deren Ohrwurm-verdächtiger E-Dur-Serenade. Freuen Sie sich auf die brillante Eleganz dieser vielfältigen Metamorphosen!

Text: Sabine Kreimendahl

Camille Thomas
© Edouard Brane
Wolfgang Emanuel Schmidt
© Simon Pauly

Camille Thomas

Optimismus, Vitalität und Ausgelassenheit gehören zur Persönlichkeit von Camille Thomas.
Im Frühjahr 2017 schloss sie einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon ab – als erste Cellistin seit 40 Jahren und als erste belgische Künstlerin überhaupt. Ihr Debüt-Album mit dem Orchestre National de Lille unter Alexandre Bloch ist lyrischen Werken für Cello und Orchester aus der französischen Romantik gewidmet.

In der Saison 2019/ 2020 debütierte Camille Thomas bei der Stiftung Mozarteum in Salzburg, dem Disney Hall in Los Angeles, dem City Hall in New York, dem Tokyo Opera House mit Yomiuri Nippon Symphony Orchestra und in der Philharmonie Essen mit den Essener Philharmonikern.

Im April 2018 spielte sie die Uraufführung eines Cellokonzerts, das Fazıl Say für sie geschrieben hatte, im Théâtre des Champs-Elysées mit dem Orchestre de Chambre de Paris unter Douglas Boyd.
Das Album mit dem Cello Konzert „Never Give Up“ von Fazil Say wird im Frühjahr 2020 bei der Deutschen Grammophon erscheinen, mit den Brüsseler Philharmoniker und Stéphane Denève.

Camille Thomas ist regelmäßig in den großen Konzertsälen wie der Salle Gaveau und dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris, der Victoria Hall in Genf, dem BOZAR in Brüssel, dem Jerusalem Music Center und dem Berliner Konzerthaus zu Gast.
Sie spielt mit Orchestern wie dem WDR Sinfonieorchester, der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Academia Santa Cecilia, Sinfonia Varsovia, dem Staatsorchester Hamburg, der Philharmonie Baden-Baden, den Brüsseler Philharmonikern, dem Orchestre National de Lille, dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège mit Dirigenten wie Paavo Järvi, Mikko Franck, Marc Soustrot, Darrell Ang, Kent Nagano, Stéphane Denève.

Camille Thomas Konzerte werden regelmäßig im internationalen Rundfunk ausgestrahlt, darunter von der ARD, vom BR, von ARTE, TF1, France Musique, Radio Classique, Espace 2, DR Danemark, Musiq‘3-RTBF und weiteren. Im Dezember 2019 ist Camille Thomas in der ZDF Sendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ zu sehen.
Nach ersten Jahren bei Marcel Bardon und Philippe Muller in Paris studierte Camille Thomas zunächst an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Stephan Forck und Frans Helmerson, später bei Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

Camille Thomas spielt das „Feuermann“-cello von Antonio Stradivari, Cremona 1730,
eine Leihgabe der Nippon Music Foundation.

Wolfgang Emanuel Schmidt

“Wolfgang Emanuel Schmidt ist einer der führenden Cellisten seiner Generation, unserer Zeit.” – Mstislav Rostropovitch

Wolfgang Emanuel Schmidt konnte schon während seines Studiums bei David Geringas und Aldo Parisot bei zahlreichen Wettbewerben auf sich aufmerksam machen: So verlieh ihm beim Internationalen Rostropovitch-Wettbewerb die Jury unter dem Vorsitz von Mstislav Rostropovitch den Grand Prix de la Ville de Paris und zusätzlich den Preis für zeitgenössische Musik. Zudem gewann er den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn und den 1. Preis beim International Australasian Cello Competition in Neuseeland. Er ist Preisträger des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau sowie des International Leonrad Rose Cello Competition in den USA.

Seitdem konzertierte Wolfgang Emanuel Schmidt in Europa, Rußland und den USA als Solist mit renommiertesten Orchestern, wie u.a. dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Radiophilharmonie des NDR, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, der Sinfonia Varsovia, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Tokyo Symphony Orchestra, den Rundfunkorchestern von Prag und Ljubljana, den Baltimore und Houston Symphony Orchestras sowie dem Saint Paul Chamber Orchestra und der Philharmonia Prag unter Dirigenten wie Marek Janowski, Donald Runnicles, Charles Dutoit, Rafael Frühbeck de Burgos, Yutaka Sado, Hugh Wolff, Jiri Belohlavek, Vassili Sinaiski, Gerd Albrecht, Andrey Boreyko, Eivind Gullberg Jensen, Gabriel Feltz, Michael Sanderling, Nicholas Milton, Markus Poschner und Fabrice Bollon.

Ebenso ist er gern gesehener Gast u.a. bei den Ludwigsburger Schloßfestspielen, beim Rheingau- Musikfestival und beim Schleswig-Holstein Musikfestival, wo er bereits zusammen mit Christoph Eschenbach konzertierte.

Intensiv widmet sich Wolfgang Emanuel Schmidt auch der Kammermusik, wo er mit bedeutenden Künstlern wie Lang Lang, Emanuel Ax, Gil Shaham, Isabelle Faust, Nikolaj Znaider, Leonidas Kavakos, Kyoko Takezawa, Miriam Fried, Edgar Meyer und David Shifrin auftrat. Zudem war er Mitglied der Chamber Music Society of Lincoln Center in New York und bildet mit Jens Peter Maintz das Cello-Duo “Cello Duello”.

Konzerte der vergangenen Spielzeiten führten ihn in die Berliner Philharmonie, in die Alte Oper Frankfurt, in die Philharmonie am Gasteig und den Herkulessaal München, ins Kennedy Center Washington, in die Carnegie Hall sowie die Alice Tully Hall in New York, ins Theatre de Chatelet und Theatre de Champs Elysee in Paris, die Wigmore Hall London, Prags Rudolfinum sowie Tokyos Suntory Hall.

Im September 2001 erschien bei Sony Classical seine CD “French Impressions”, im September 2004 folgte ebenfalls bei Sony Classical seine in der Presse hochgelobte Einspielung der Cellokonzerte von Sergei Prokofiev sowie 2008 seine Einspielung der Cellokonzerte von Schumann und Elgar bei Sony Classical. Beim Label Capriccio erschien zudem seine Aufnahme von Blochs “Voice in the Wilderness” mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Als Chefdirigent des von ihm gegründeten Kammerorchesters Metamorphosen Berlin nahm er in den letzten Jahren zwei in der Presse hoch gelobte CDs für Sony Classical auf mit Werken von Dvorak, Suk und Tschaikowsky.

Wolfgang Emanuel Schmidt wurde 2013 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Diapason d’Or für seine Einspielung des Klaviertquartetts von Carl Maria von Weber (mit Isabelle Faust, Boris Faust und Alexander Melnikov) ausgezeichnet.

Wolfgang Emanuel Schmidt spielt auf einem Violoncello von Matteo Gofriller aus dem ehemaligen Besitz von Hugo Becker.

Neben seiner Konzerttätigkeit als Solist konzertiert er zunehmend auch als Dirigent. Einladungen führten ihn so zum Kammerorchester der Deutschen Oper Berlin, zur Staatskapelle St. Petersburg, zum INSO Lviv, zum Christchurch Symphony Orchestra, zur Nordwestdeutschen Philharmonie, zur Württembergischen Philharmonie oder etwa dem Südwestdeutschen Kammerorchester.
Gastdirigate führten ihn in die Schweiz, nach Polen und nach Spanien.
Als Chefdirigent von Metamorphosen Berlin leitete er das Ensemble bei zahlreichen Konzerten in Deutschland, Spanien und der Schweiz, sowie bei Konzerten im Konzerthaus Berlin, wo das Ensemble mit einer eigenen Reihe ein künstlerisches Zuhause gefunden hat.

Wolfgang Emanuel Schmidt lehrt als Professor an der Hochschule für Musik “Franz Liszt” Weimar, der Universität der Künste Berlin sowie an der Kronberg Academy.

Metamorphosen Berlin

Die Kammerphilharmonie Metamorphosen Berlin wurde von Indira Koch und Wolfgang Emanuel Schmidt im Jahr 2010 gegründet. Mitglieder der Kammerphilharmonie sind Musiker der führenden Berliner Orchester, angesehene Kammermusiker sowie internationale Preisträger, wie u.a. des Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs in Moskau, des Internationalen Lutoslawski Wettbewerbs Warschau, des Tonali Wettbewerbs Hamburg oder des Deutschen Musikwettbewerbs. Seit der Gründung konzertierte die Kammerphilharmonie Metamorphosen Berlin in zahlreichen Konzerten in Deutschland, Spanien und der Schweiz mit berühmten Solisten wie zum Beispiel Gary Hoffman, Frans Helmerson, Julius Berger und Young-Chang Cho.

Der Berliner Komponist Helmut Abel schrieb für das Ensemble sein „Concertino“, welches von Indira Koch und Wolfgang Emanuel Schmidt als Solisten uraufgeführt wurde, am 16.11.2017 brachte die Kammerphilharmonie Metamorphosen Berlin das Doppelkonzert „Lumiere“ von Sören Nils Eichberg für 2 Celli mit den Solisten Frans Helmerson und Wolfgang Emanuel Schmidt anläßlich des 10. Todestages von Mstislav Rostropovitch im Konzerthaus Berlin zur Uraufführung.

Sony Classical veröffentlichte im Jahr 2015 die erste CD „Inspiration“ mit Werken von Dvorak, Suk und Victor Herbert, im April 2017 erschien die zweite CD mit der Einspielung aller Werke für Streicher von Peter Tschaikowsky. Diese CD-Einspielungen wurden international mit besten Kritiken bedacht und wurden unter anderem mit dem Melómano de Oro ausgezeichnet.

Camille Thomas
© Christian Meuwly
Metamorphosen Berlin
© Simon Pauly