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Orchestre National de France

(Xavier de Maistre / Cristian Măcelaru)

Wo

Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Xavier de Maistre, Harfe
Cristian Măcelaru, Leitung

Programm

Maurice Ravel
„Ma mère l´oye“ – Suite für Orchester

Reinhold Glière
Konzert für Harfe und Orchester Es-Dur op. 74

César Franck
Sinfonie d-Moll

Musikalische Köstlichkeiten à la francaise!

Der Dirigent Cristian Macelăru ist 1980 im rumänischen Temeschwar geboren und ist das jüngste von zehn Kindern. Sein Elternhaus muss ein „Klangkörper“ gewesen sein, denn alle Geschwister, so auch Nesthäckchen Cristian, spielen ein Instrument. Er profitierte von der hervorragenden musikalischen Förderung durch das rumänische Schulsystem, sodass er bald in die USA zog, an die Rice University in Houston, wo er neben der Violine auch Dirigieren bei Larry Rachleff studierte. Er nahm teil an Meisterkursen in Tanglewood und Aspen unter anderem bei David Zinman, Rafael Frühbeck de Burgos und Oliver Knussen. Mit nur 19 Jahren debütierte Măcelaru als Geiger in der Carnegie Hall. Nur ein Jahr später feierte er sein Debüt auch als Dirigent an der Houston Grand Opera mit Puccinis „Madama Butterfly“. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 2012, als er beim Chicago Symphony Orchestra für Pierre Boulez einsprang. 2015 feierte er zusammen mit dem Danish National Symphonie Orchestra und Anne-Sophie Mutter sein Debüt als Dirigent in der Carnegie Hall.

Seitdem ist Cristian Măcelaru nicht nur in den USA ein gefragter Dirigent, sondern auch in Europa umwerben ihn die ganz großen Orchester wie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Concertgebouw Amsterdam, die Staatskapelle Dresden, das Leipziger Gewandhausorchester, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Rotterdam Philharmonic Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Hallé Orchestra, das Scottish Chamber Orchestra und das Danish National Symphony Orchestra für umjubelte Gastdirigate.

2019 wurde Cristian Măcelaru, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in Bonn lebt, Chefdirigent des WDR Symphonieorchesters, dem der Geniestreich gelang, sich die fruchtbare Zusammenarbeit mit diesem Ausnahmemusiker durch vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2025 zu sichern. Darüber hinaus ist Cristian Măcelaru seit September 2020 musikalischer Direktor des Orchestre National de France, mit dem er in Erlangen zu hören sein wird.

Das Orchestre National de France gehört seit seiner Gründung 1934 zu den Bigshots weltweit, das von Persönlichkeiten wie Sergiu Celibidache, Leonard Bernstein, Kurt Masur und Daniele Gatti geleitet wurde. Cristian Măcelaru hat sich mit der Übernahme der musikalischen Leitung also direkt in die erste Liga der Dirigenten katapultiert. Freuen wir uns auf ein Konzert, bei dem er mit ausgewiesenen Experten für die Musik von Maurice Ravel und César Franck exquisite Musik der Grande Nation gestalten wird.

Und auch das Solokonzert hat ein französisches Element, denn Xavier de Maistre wird das Harfenkonzert des in Kiew geborenen russischen Nationalromantikers Reinhold Moritzewitsch Glière zu Gehör bringen.

Es war die Liebe zu seiner Harfe spielenden Lehrerin, die den damals neunjährigen Xavier de Maistre (geboren 1973 in Toulon) zur Harfe brachte. Heute ist er der unangefochtene Maître an diesem Instrument, mit dem er seinem Publikum weltweit den Atem raubt und die Sinne betört.

Seine Ambition ist es, die Harfe als Soloinstrument bekannter zu machen. Deshalb hat er die historisch bedingt kleine Anzahl an Werken für Harfe um zahlreiche, hoch gelobte Bearbeitungen und Arrangements von Konzerten für andere Soloinstrumente erweitert, zum Beispiel das berühmte Gitarrenkonzert von Joaquin Rodrigo. Mittlerweile ist er einer der kreativsten und außergewöhnlichsten Musiker seiner Generation, der auch im kammermusikalischen Bereich stark engagiert ist. Dazu trifft er sich unter anderem mit der Sängerin Diana Damrau, dem Cellisten Daniel Müller-Schott und der Geigerin Baiba Skride.

Große Erfolge konnte Xavier de Maistre auch bei den führenden internationalen Festivals, wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Salzburg Festival, dem Budapest Spring Festival und „Mostly Mozart“ in New York, feiern.
Da sagen wir: Bienvenue à Erlangen, les musiciens!

Text: Cora Uitting

© Felix Broede
Cristian Măcelaru
© Sorin Popa

Xavier de Maistre

„Xavier de Maistre ist ein Virtuose von höchstem Rang, zutiefst musikalisch und wunderbar fähig, eine bemerkenswerte Bandbreite an Nuancen zu realisieren.“ Gramophone

Xavier de Maistre ist einer der führenden Harfenisten der Gegenwart und ein zutiefst kreativer Musiker. Als leidenschaftlicher Verfechter seines Instruments hat er das Harfenrepertoire erweitert und neue Werke bei Komponisten in Auftrag gegeben. Außerdem erstellt er Transkriptionen wichtiger Instrumentalwerke.

Diese ausgeprägte musikalische Vision hat ihn zu gemeinsamen Projekten mit Dirigenten wie Sir André Previn, Sir Simon Rattle, Riccardo Muti, Daniele Gatti, Philippe Jordan, James Gaffigan, Bertrand de Billy, Andrés Orozco-Estrada, Daniel Harding, Susanna Mälkki und Mirga Gražinytė-Tyla geführt. Er wurde von Orchestern wie den Sinfonieorchestern von Chicago, Montreal, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra, den Schwedischen und Finnischen Radiosinfonieorchestern, den Orchestern von Los Angeles, London, St. Petersburg, Oslo sowie China Philharmonic, Tonhalle-Orchester Zürich, Mozarteum Orchester Salzburg, Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo und dem Orchestre de la Suisse Romande eingeladen. In seinem Heimatland Frankreich arbeitete er mit dem Orchestre de Paris, Orchestre Natioanl de France und Orchestra National de Lyon sowie den Philharmonischen Orchestern von Radio France, Monte-Carlo, Montpellier, Lille und Nancy zusammen und gab Konzerte u. a. in den Opernhäusern von Paris und Lille, Lyon, Bordeaux, Nizza, Poitiers und Avignon.

Parallel zu seinen Orchesterkonzerten widmet sich de Maistre leidenschaftlich der Kammermusik und stellt regelmäßig originelle Liederabendprojekte zusammen. Im Jahr 2020 begann er, mit dem Tenor Rolando Villazón zu musizieren, mit dem er für die Deutsche Grammophon ein Projekt mit südamerikanischen Volksliedern aufnimmt. 2021/2022 tritt er unter anderem bei Abu Dhabi Classics, in der Hamburger Elbphilharmonie, der Alten Oper Frankfurt, der Stuttgarter Liederhalle und im Grazer Musikverein auf. In den letzten Jahren arbeitete er mit der Flamenco- und Kastagnetten-Legende Lucero Tena an einem spanischen Programm, mit dem er durch die großen Konzertsäle in Europa, Japan und China tourte und parallel dazu ein Album veröffentlichte (Sony Classical, 2018). Außerdem arbeitet er regelmäßig mit Diana Damrau, Arabella Steinbacher, Daniel Müller-Schott, Baiba Skride, Antoine Tamestit, Mojca Erdmann und Magali Mosnier zusammen.

Im Sommer 2020 ist Xavier de Maistre Artists in Residence beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Als Solist war er bereits bei vielen renommierten Festivals zu Gast, darunter Rheingau, Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Verbier, Budapester Frühling, Würzburger Mozartfest und Mostly Mozart in New York.

De Maistre ist seit 2008 Exklusivkünstler bei Sony Music. Damals nahm er sein erstes Album Nuit d’Etoiles auf, das Debussy gewidmet ist und mit dem Echo Klassik in der Kategorie Instrumentalist des Jahres ausgezeichnet wurde. Weitere Veröffentlichungen waren Hommage à Haydn (2009), Aranjuez (2010) und Notte Veneziana (2012) mit bedeutendem Barockrepertoire. Zu den jüngsten Veröffentlichungen gehören eine DVD mit Diana Damrau, seine Transkription von Mozarts Klavierkonzert Nr. 19 in F-Dur KV 459 mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter Leitung von Ivor Bolton, Moldau (2015), Soloharfenstücke von slawischen Komponisten und La Harpe Reine (2016) mit Les Arts Florissants und William Christie. Sein letztes Album Christmas Harp (Oktober 2021) enthält Paraphrasen und Fantasien berühmter Weihnachtslieder und Melodien von Schubert und Tschaikowsky.

Der in Toulon geborene Künstler studierte Harfe bei Vassilia Briano am örtlichen Konservatorium, bevor er seine Technik bei Catherine Michel und Jacqueline Borot in Paris perfektionierte. Außerdem studierte an der Sciences-Po Paris und anschließend an der London School of Economics. 1998 erhielt de Maistre den ersten Preis (und zwei Interpretationspreise) beim renommierten Internationalen Harfenwettbewerb der USA (Bloomington) und wurde im selben Jahr als erster französischer Musiker bei den Wiener Philharmonikern aufgenommen. Seit 2001 unterrichtet er an der Musikhochschule in Hamburg.

Er spielt auf einem Instrument aus der Werkstatt Lyon & Healy.

Cristian Măcelaru

Chief Conductor of the WDR Sinfonieorchester, Cristian Măcelaru is one of the fast-rising conductors in classical music. His tenure with the WDR, one of Europe’s leading radio orchestras, commenced in the 2019/20 season. In the 2020/2021 season, he took up the position of Music Director of the Orchestre National de France in Paris. Măcelaru is also Music Director and Conductor of the Cabrillo Festival of Contemporary Music; the world’s leading festival dedicated to contemporary symphonic repertoire. In summer 2020, he commenced his first season as Inaugural Artistic Director and Principal Conductor of the World Youth Symphony Orchestra at Interlochen Center for the Arts. In January 2020, Măcelaru received his first GRAMMY® Award for conducting the Decca Classics recording of Wynton Marsalis’ Violin Concerto with Nicola Benedetti and the Philadelphia Orchestra.

Cristian Măcelaru attracted international attention for the first time in 2012 when took over concerts from Pierre Boulez with the Chicago Symphony Orchestra. Since then, he has performed regularly with top American orchestras such as the New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic, Cleveland Orchestra, St. Louis Symphony and National Symphony Orchestra. He enjoys a close association with the Philadelphia Orchestra; since his debut in April 2013 he has conducted them in over 150 performances having served three seasons as Conductor-in-Residence.

In Europe, Măcelaru is in great demand as guest conductor with orchestras such as the Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Royal Concertgebouw Orchestra, Dresdner Philharmonie, Leipzig Gewandhausorchester, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, BBC Symphony Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Hallé Orchestra, Scottish Chamber Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra and Danish National Symphony Orchestra.

Cristian Măcelaru was born in Timișoara, Romania and comes from a musical family. As the youngest of ten children, he received violin lessons at an early age. His studies took him from Romania to the Interlochen Arts Academy in Michigan, University of Miami in Florida and Rice University in Houston, where he studied conducting with Larry Rachleff. He then deepened his knowledge in Tanglewood Music Center and Aspen Music Festival in masterclasses with David Zinman, Rafael Frühbeck de Burgos, Oliver Knussen and Stefan Asbury.

Măcelaru was the youngest concertmaster in the history of the Miami Symphony Orchestra and made his Carnegie Hall debut with that orchestra at the age of 19. He also played in the first violin section of the Houston Symphony for two seasons.