Royal Philharmonic Orchestra London
© Christoph Köstlin
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Royal Philharmonic Orchestra London

(Jan Lisiecki / Vasily Petrenko)

Wo

Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Jan Lisiecki, Klavier
Vasily Petrenko, Leitung

Programm

Ralph Vaughan Williams
Ouvertüre zu „The Wasps“

Edvard Grieg
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16

Sergei Prokofiev
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

„Glück im Augenblick – Musik sollte einem genau das bringen“, sagt der vielleicht kompletteste Pianist seines Alters.

Jan Lisiecki kam 1995 als Kind polnischer Eltern im kanadischen Calgary zur Welt, fing bereits mit fünf Jahren an, Klavier zu spielen und hatte sein erstes Konzertdebüt mit Orchester im Alter von neun Jahren. Wenn man weiß, dass Jan Lisiecki in der Schule vier Klassen auf einen Satz übersprungen hat, dann huscht das Wort Wunderkind durch das Gehirn. Heute ist der begnadete Pianist Teil der internationalen Elite und beglückt sein Publikum an 100 Abenden im Jahr (wenn die Corona-Pandemie ihn lässt).

Die Scouts der Deutschen Grammophon hatten das richtige Gespür, als sie den damals 16-jährigen Jan Lisiecki unter Exklusivvertrag nahmen. Groß dimensionierte Projekte hat er mit der hoch angesehenen Plattenfirma realisiert: Es entstand anlässlich Ludwig van Beethovens 250. Geburtstags im Konzerthaus Berlin eine Liveaufnahme sämtlicher Klavierkonzerte des großen Komponisten, bei denen Jan Lisiecki vom Flügel aus die Academy of St Martin in the Fields leitete. Seinen mit dem Diapason d’Or ausgezeichneten Zyklus aus selten zu hörenden Liedern des großen Komponisten, den er zusammen mit dem Bariton Matthias Goerne realisiert hat, stellte er bei den Salzburger Festspielen vor. Ein echter Klassik-Charts-Stürmer wurde Jan Lisieckis Einspielung sämtlicher Nocturnes von Frédéric Chopin, die im August 2021 erschien. Angesichts einer Vielzahl von Auszeichnungen, wie dem Young Artist Award, dem Leonard Bernstein Award, dem JUNO und dem ECHO Klassik, kann die Einschätzung des BBC Music Magazine, Jan Lisiecki sei der „vielleicht kompletteste Pianist seines Alters“, nur zutreffen.

Klangvoll sind die Namen der Dirigenten, mit denen er häufig musiziert. So gehören Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin, Daniel Harding und der verstorbene Claudio Abbado genauso zu seinen Partnern wie Thierry Fischer, Jaap van Zweden und Peter Oundjian.

Auch die Liste der Orchester, mit denen er die Zuhörer in Amerika und Europa zu Kommentaren wie „makellos, lyrisch und intelligent“ (The New York Times) hinriss, ist eindrucksvoll. Das Boston Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra, das Philadelphia Orchestra, die Filarmonica della Scala, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und das Orpheus Chamber Orchestra haben Jan Lisiecki wiederholt zu Auftritten unter anderem in die Carnegie Hall und in die Hamburger Elbphilharmonie eingeladen. Auch mit der Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem London Symphony Orchestra hat er eine enge Beziehung.
Trotz seines vollen Terminkalenders unterstützt Jan Lisiecki diverse Wohltätigkeitsorganisationen, darunter die David Foster Foundation, die Polnische Humanitäre Organisation und die Make-A-Wish Foundation. Im Juni 2008 wurde er von UNICEF Kanada zum nationalen Jugendbotschafter ernannt, im Jahre 2012 erfolgte die Ernennung zum UNICEF-Botschafter.

Beim Konzert des gVe erleben wir Jan Lisiecki mit dem hochromatischen Klavierkonzert von Edvard Grieg. Dirigent Vasily Petrenko und das Royal Philharmonic Orchestra London werden ihn begleiten. Freuen wir uns auf Augenblicke des Glücks!

Text: Sidonie von Elsen

Jan Lisiecki
© Christoph Köstlin | DG
Vasily Petrenko
© Tarlova

Jan Lisiecki

„Glasklar, poetisch und intelligent“ – New York Times
„Ein Künstler von ungewöhnlicher Raffinesse und Vorstellungsgabe“ – Boston Globe
„Chopinspiel der Extraklasse“ – Guardian

Jan Lisieckis Interpretationen und Technik zeugen von einer Reife, die seinen Jahren weit voraus ist. Mit 26 spielt der Kanadier jedes Jahr über hundert Konzerte auf den großen Bühnen der Welt und hat sich enge Beziehungen zu Dirigenten wie Sir Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin, Daniel Harding, Manfred Honeck und Claudio Abbado (†) aufgebaut.

Nach dem Erfolg von Nachtmusik stellt er in der aktuellen Spielzeit sein neues Rezitalprogramm mit Chopin-Werken in über 30 Städten rund um den Globus vor. Wiedereinladungen brachten ihn zuletzt erneut mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, der Filarmonica della Scala, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Orpheus Chamber Orchestra für Konzerte in der Carnegie Hall und Elbphilharmonie zusammen. Lisiecki stellte kürzlich einen Beethoven-Liederzyklus mit Bariton Matthias Goerne vor, unter anderem bei den Salzburger Festspielen. Er hat mit den New Yorker Philharmonikern, Chicago Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de Paris, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem London Symphony Orchestra konzertiert.

Im Alter von 15 Jahren unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Kürzlich leitete das Label seine Feierlichkeiten anlässlich des Beethoven-Jahres mit der Veröffentlichung einer Live-Aufnahme aller fünf Beethoven-Konzerte aus
dem Konzerthaus Berlin ein, in denen Jan Lisiecki die Academy of St Martin in the Fields vom Klavier aus leitet. Der mit Matthias Goerne eingespielte Zyklus von Beethovenliedern, der kurz darauf erschien, wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Lisieckis achte Aufnahme für das Traditionslabel, ein Doppelalbum mit Frédéric Chopins gesammelten Nocturnes, erschien im August 2021 und erreichte umgehend die Spitze der Klassik-Charts in Nordamerika und Europa. Lisieckis Aufnahmen erhielten unter anderem den ECHO Klassik und den JUNO Award.

Mit 18 wurde Jan Lisiecki vom Gramophone Magazine zum jüngsten Preisträger des Young Artist Awards gekürt und erhielt den Leonard Bernstein Award. Im Jahr 2012 ernannte ihn die UNICEF zum Botschafter für Kanada.

Vasily Petrenko

Vasily Petrenko ist Musikdirektor des Royal Philharmonic Orchestra, Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Symphonieorchesters Russlands, wo er seit 2016 Erster Gastdirigent war und seit 2015 Chefdirigent des Jugendorchesters der Europäischen Union (European Union Youth Orchestra). Bis Sommer 2021 war er Chefdirigent des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra (vormals Principal Conductor) und blickt auf fünfzehn umjubelte Spielzeiten zurück. Er war Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra (2013-2020), Chefdirigent des National Youth Orchestra von Großbritannien (2009-2013) und Erster Gastdirigent des Michailovskij-Theaters, wo er seine Karriere als Resident Conductor begann (1994-1997).

Vasily Petrenko begann seine musikalische Ausbildung an der St. Petersburger Capella Boys Music School – der ältesten Musikschule Russlands. Anschließend studierte er am St. Petersburger Konservatorium, wo er Meisterkurse bei Koryphäen wie Ilya Musin, Mariss Jansons und Yuri Temirkanov absolvierte.

Er arbeitet mit vielen der weltweit angesehensten Orchester zusammen, darunter die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom), die St. Petersburger Philharmoniker, das Orchestre National de France, die Tschechische Philharmonie, das NHK Symphony und das Sydney Symphony Orchestra. In Nordamerika hat er das Philadelphia Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Cleveland Orchestra und die Symphonieorchester von San Francisco, Boston, Chicago, und Montréal geleitet. Er ist beim Edinburgh Festival, Grafenegg Festival und bei den BBC Proms aufgetreten. Auch im Bereich der Oper ist er zu Hause und mit über dreißig Opern im Repertoire hat Vasily Petrenko auf vielen Opernbühnen dirigiert, u.a. beim Glyndebourne Festival Opera, an der Opéra de Paris, am Opernhaus Zürich, an der Bayerischen Staatsoper und der Metropolitan Opera in New York.

Vasily Petrenko hat sich als Aufnahmekünstler einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Neben einer umfangreichen Diskographie haben seine Sinfoniezyklen von Schostakowitsch, Rachmaninow und Elgar mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra weltweite Anerkennung gefunden. Mit dem Oslo Philharmonic Orchestra hat er jüngst Zyklen von Skrjabins Sinfonien und Strauss‘ Tondichtungen veröffentlicht.

Im September 2017 wurde Vasily Petrenko bei den prestigeträchtigen jährlichen Gramophone Awards als „Künstler des Jahres“ geehrt, ein Jahrzehnt nach der Auszeichnung als „Young Artist of the Year“ im Oktober 2007. Im Jahr 2010 gewann er den „Male Artist of the Year“ bei den Classical BRIT Awards und ist erst die zweite Person, die sowohl von der University of Liverpool als auch von der Liverpool Hope University mit der Ehrendoktorwürde (2009) und einem Honorary Fellowship der Liverpool John Moores University (2012) ausgezeichnet wurde, Auszeichnungen, die den immensen Einfluss, den er auf das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und die Kulturszene der Stadt hatte, würdigen.

Royal Philharmonic Orchestra London

Das Royal Philharmonic Orchestra (RPO) feiert in dieser Saison seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Seine Mission, das Leben durch attraktive Orchestererlebnisse zu bereichern, stellt das RPO an die Spitze des musikalischen Geschehens in Großbritannien und weltweit. Mit rund 200 Konzerten pro Saison und einem weltweiten Publikum von mehr als einer halben Million Menschen verfügt das Orchester über ein breites Repertoire. Während die künstlerische Integrität und das große sinfonische Repertoire an erster Stelle stehen, überschreitet das RPO auch Grenzen zu anderen Genres, wie z.B. durch Aufnahmen von Videospiel-, Film- und Fernseh-Soundtracks und die Zusammenarbeit mit Popstars.

Das RPO arbeitet mit den spannendsten Künstlern zusammen und freut sich darauf, im August 2021 seinen neuen Musikdirektor Vasily Petrenko, zu begrüßen. Mit dem Ziel ein noch breiteres Publikum für Orchestermusik zu begeistern, soll unter seiner Leitung die künstlerische Qualität und Vielfalt des Orchesters gefestigt werden. Sein Debüt mit dem RPO gab Vasily Petrenko mit einer energiegeladenen Interpretation der Zweiten Sinfonie, der „Auferstehungssinfonie“, von Gustav Mahler in der Royal Albert Hall im März 2016. Die Beziehung zwischen dem Orchester und dem Dirigenten wurde durch anschließende Auftritte in London weiterentwickelt. Zukünftige Projekte umfassen eine Konzertserie mit Mahlers Chorsinfonien in der Royal Albert Hall, mit herausragenden Werken von englischen Komponisten in der Royal Festival Hall des Southbank Centre sowie Tourneen nach Deutschland und zu den führenden europäischen Festivals. Vasily Petrenko fügt sich in eine Reihe von Dirigenten ein, zu denen Pinchas Zukerman (Erster Gastdirigent), Alexander Shelley (Erster stellvertretender Dirigent) und Grzegorz Nowak (Ständiger stellvertretender Dirigent) gehören.

Ergänzend zu der jährlichen Konzertreihe des Orchesters in der Royal Albert Hall in London, in der Royal Festival Hall des Southbank Centre und in ihrem Heimatkonzertsaal, der Cadogan Hall, sind für das RPO, als angesehener Kulturbotschafter, internationale Tourneen mit Gastspielen in den renommiertesten Konzertsälen und bei Festivals weltweit von entscheidender Bedeutung. Sir Thomas Beecham gründete das Orchester 1946 und wurde dessen erster Dirigent. Er trug maßgeblich zur Wiederbelebung des britischen Orchesterlebens nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Seitdem gehörten Rudolf Kempe, Antal Doráti, Walter Weller, André Previn, Vladimir Ashkenazy, Yuri Temirkanov, Daniele Gatti und Charles Dutoit zu den prägenden Dirigenten des Orchesters.

Das RPO möchte einen lebendigen Austausch seiner Werkinterpretationen mit der Gesellschaft und arbeitet mit kreativen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass die Live-Orchestermusik einem möglichst vielfältigen Publikum zugänglich ist. In diesem Zusammenhang entstand 1993 die „RPO Resound“, ein Gemeinschafts- und Bildungsprogramm des Orchesters, das sich zu einem innovativen und angesehenen Bildungsprogramm national und international entwickelt hat.

1986 gründete das RPO als erstes britisches Orchester sein eigenes Plattenlabel. Seitdem hat sich das Orchester dem digitalen Fortschritt und der Innovation verschrieben und erreicht heute fast dreißig Millionen Downloads seiner Musikaufnahmen pro Jahr. Das Orchester ist zunehmend online (www.rpo.co.uk) und in sozialen Netzwerken (@rpoonline) aktiv und bietet dem Publikum Einblicke hinter die Kulissen des Orchesters.

Neben dem Anspruch künstlerische Qualität auf höchstem Niveau zu präsentieren, sind Leidenschaft und Vielseitigkeit Markenzeichen des Royal Philharmonic Orchestra. Mit seinem neuen Musikdirektor Vasily Petrenko soll das RPO auch künftig zu den weltoffensten, innovativsten und beliebtesten Sinfonieorchester zählen.

Jan Lisiecki
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Vasily Petrenko
© Mark McNulty