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Tamara Stefanovich

Wo

Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal, Erlangen

Tag

Uhrzeit

Besetzung

Tamara Stefanovich, Klavier

Programm

György Ligeti
Musica Ricercata

Ludwig van Beethoven
Bagatellen aus op. 119 und op. 126

Préludes und Etüden von György Ligeti, Claude Debussy, Alexander Skrjabin,
Sergei Rachmaninow, Olivier Messiaen u. a.

Tamara Stefanovich
© Olja Radmanovic.

Abenteuerlust und Virtuosität

Tamara Stefanovich zeigt am Klavier die Größe musikalischer Miniaturen

Umwerfend, eine Meisterin und eine fingerfertige Zauberin am Klavier. Tamara Stefanovich ist eine international gefeierte Pianistin, die ihr Publikum auf ihren Konzerten gerne auf ein Abenteuer mitnimmt. Die Quelle, aus der die Pianistin schöpft, ist ihr umfassendes Repertoire. Es reicht von Bach über Beethoven bis hin zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. 1973 wird Tamara Stefanovich in Belgrad geboren. Im Alter von fünf Jahren beginnt sie mit dem Klavierunterricht bei Lili Petrovich, im Alter von 13 Jahren ist sie die jüngste Studentin an der Belgrader Universität.

Ein Wunderkind, das es nicht immer einfach hatte: Durch den Jugoslawienkrieg in den 1990er-Jahren war ihr der Weg in die europäische Musikwelt zeitweise versperrt. Das hat sie nicht davon abgehalten, ihrer Leidenschaft, dem Klavierspielen, nachzugehen. Inzwischen hat sich Tamara Stefanovich einen Namen gemacht, auch mit kontrastreichen Konzertprogrammen. Sie kombiniert im Konzert György Ligetis Musica Ricerata mit den Bagatellen von Beethoven op. 119 und op. 126. Letztere sind dennoch keine „Kleinigkeiten“, hat ihnen Ludwig van Beethoven Opus-Zahlen gegeben und sie damit in die Liste seiner großen Werke aufgenommen. Die Bagatellen sind spielerisch-innovative Miniaturen, mal tänzerisch, mal zornig-robust. Die elf Stücke in Ligetis Frühwerk Musica Ricerata zeigen in ihrer Kürze Strukturen von Rhythmus und Klang, in denen auch ihr Vorbild Bela Bartók aufscheint. Die Préludes von Debussy, Skrjabin, Rachmaninow und Messiaen zeigen die ganze Bandbreite, die in kurzen Charakterstücken steckt. Tamara Stefanovich spielt diese technisch meisterhaft. Doch allein darum geht es ihr gar nicht: Die Pianistin will ihr Publikum mit auf ein Abenteuer nehmen und zwar auf ein sehr reiches und vielfältiges. Die Wechsel seien wie das Überqueren einer Straße, eben wie das Leben, sagte Stefanovich in einem Interview im Magazin Fono Forum.

Text: Eleonore Birkenstock

Tamara Stefanovich
© Olja Radmanovic.
Tamara Stefanovich
© Olja Radmanovic.

Tamara Stefanovich

„Unerschrocken, schillernd, einzigartig“ (The Guardian) – Tamara Stefanovich überzeugt in ihren Konzerten das Publikum weltweit mit ausgeklügelten Recital-Programmen, als Kammermusikerin oder als Solistin der bedeutenden internationalen Orchester. Die Pianistin konzertierte u.a. mit dem Cleveland Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem London Symphony und Philharmonic Orchestra, dem Chamber Orchestra of Europe und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Regelmäßig tritt sie in den renommiertesten Konzertsälen und bei hochkarätigen Festivals auf, darunter die Carnegie Hall in New York, die Berliner Philharmonie, die Wigmore Hall in London, Lucerne Festival und die Salzburger Festspiele, Muziekgebouw Amsterdam und beim Musikfest Herrenhausen.

Nach einem umjubelten Debut beim Israel Philharmonic Orchestra mit Kirill Petrenko, gefeierten Konzerten mit dem dem Radio Filharmonisch Orkest und Markus Stenz im Rahmen der Zaterdag Matinee in Amsterdam und Konzerten unter anderem mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wird Tamara Stefanovich in dieser Saison bei den Donaueschinger Musiktagen mit dem Luxembourg Philharmonic Orchestra und der Welturaufführung von Liza Lims neuem Klavierkonzert zu erleben sein. Mit dem Mahler Chamber Orchestra unter George Benjamin und dem Rundfunk-Sinfonie Orchester Berlin und Vladimir Jurowski wird sie gleich zweimal beim Musikfest Berlin zu Gast sein.

Zuletzt war Tamara Stefanovich mit dem Tokyo Symphony Orchestra, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, WDR Sinfoniesorchester Köln, dem Chamber Orchestra of Europe und dem Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo in Konzerten zu erleben. Mit Christian Lillinger, Christopher Dell und Jonas Westergard betritt sie mit einem neuartigen Jazz-Projekt Neuland, das in dieser Spielzeit unter anderem in Berlin, Hamburg und bei den Klangspuren Schwaz erklingen wird und 2020 in der Philharmonie Köln seine umjubelte Premiere feierte.

Eine fruchtbare Zusammenarbeit verbindet Tamara Stefanovich mit Komponisten wie György Kurtág, Pierre Boulez und Hans Abrahamsen. Zu ihren musikalischen Partnern zählen Patricia Kopatchinskaja, Pierre-Laurent Aimard und Matthias Goerne; regelmäßig arbeitet sie auch mit Dirigentinnen und Dirigenten wie Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski und Susanna Mälkki.

Ihre preisgekrönte Diskographie umfasst u.a. eine Aufnahme von Kurtágs „Quasi una Fantasia“ und seines Doppelkonzerts mit dem Asko | Schönberg Ensemble unter Reinbert de Leeuw bei ECM. Sie wurde mit dem Edison Award ausgezeichnet und war für die Einspielung von Bartóks Konzert für 2 Klaviere, Schlagzeug und Orchester mit Pierre-Laurent Aimard und dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Pierre Boulez auf Deutsche Grammophon für einen Grammy nominiert. Nach ihrem ersten Solo-Album, auf dem sie Werke von Bach und Bartók präsentierte, widmet sie sich für ihr zweites Album „Influences“, das nach seiner Veröffentlichung von der Presse hoch gelobt wurde, Werken von Ives, Bartók, Messiaen und Bach (März 2019, Pentatone).

Tamara Stefanovichs pädagogisches Engagement erstreckt sich von einer langjährigen Lehrtätigkeit in Belgrad, Köln und Freiburg bis hin zu ihrer Beschäftigung als Jurorin internationaler Klavierwettbewerbe. In Zusammenarbeit mit dem Klavier-Festival Ruhr hat sie ein innovatives Online-Projekt veröffentlicht (www.explorethescore.org), in dem sie interaktiv Boulez‘ „Notations“ analysiert. Außerdem war sie Kuratorin des Festivals „The Clearing“ im Rahmen der Portland International Piano Series. Die überzeugte Europäerin wurde an der Universität Belgrad ausgebildet, wo sie Psychologie, Soziologie und Pädagogik studierte, ehe sie am Curtis Institute (USA) und an der Musikhochschule Köln ihr Studium fortsetzte.

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Dieses Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk – BR Franken mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt auf BR-KLASSIK gesendet