Die chinesische Geigerin Tianwa Yang ist eine international gefragte Solistin und seit 2018 Professorin an der Musikhochschule Würzburg. 2014 erhielt sie den ECHO Klassik als Nachwuchskünstlerin des Jahres. Es folgten weitere Auszeichnungen – unter anderem der französische Diapason d’or für ihre Gesamteinspielung der Werke für Violine und Klavier von Wolfgang Rihm. Der in Karlsruhe geborene und wirkende Rihm gehört seit den 1960er-Jahren zu den meistaufgeführten zeitgenössischen Komponisten weltweit. Über 400 Werke hinterließ Rihm, als er 2024 verstarb. Darunter ist das Schaffen für Violine und Klavier eher schmal, repräsentiert aber wichtige Stationen seines kompositorischen Werdegangs zwischen 1969 und 2006.
Diesem „Klassiker“ der Neuen Musik widmet Tianwa Yang zusammen mit dem Pianisten Nicholas Rimmer einen Abend in der Reihe „unerHÖRT!“, wobei die ausgewählten Werke von Rihm die musikalische Bandbreite der Violine exemplarisch abbilden – von der als „Wiedergewinnung angelegten Suche nach Melos“ (Rihm) bis zur spielerisch-fantasievollen Virtuosität.


Das zeichnet auch die Fantasie op. 47 von Arnold Schönberg aus, sein letztes Instrumentalwerk, 1949 in Los Angeles komponiert auf Anregung des Geigers Adolph Koldofsky. Dem Werk liegt eine zwölftönige Reihe zugrunde, die auf Violin- und Klavierpart aufgeteilt ist. Als Vorbild für seine Variationstechnik nannte Arnold Schönberg immer wieder Johannes Brahms. Tianwa Yang umrahmt ihr Programm mit der zweiten Violinsonate op. 100 von Brahms und der dritten Violinsonate von Robert Schumann.
Text: Wolfgang Schicker

Dieses Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk – BR Franken mitgeschnitten und auf BR-Klassik gesendet.

